Übergang von Dea zu Vermilion

Bei Hankensbüttel: Erdöl-Felder sind verkauft

Gruppe von Erdöl-Interessierten besichtigt im Oktober 2018 das Ölförderprojekt von Wintershall Dea bei Oerrel.
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Auch das Ölförderprojekt von Wintershall Dea bei Oerrel – hier ein Bild von einem Besichtigungstermin aus Oktober 2018 – geht nun in den Besitz von Vermilion über.
  • Paul Gerlach
    vonPaul Gerlach
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Hankensbüttel/Oerrel – Die Ankündigung Anfang 2021 war ein Paukenschlag in der Erdölförderungs-Branche im Isenhagener Land gewesen. Ganz frisch wurde jetzt Vollzug gemeldet: Wintershall Dea hat seine Produktionslizenzen und Beteiligungen an sechs Ölfeldern an den Mitbewerber Vermilion verkauft. Der Übergang ist abgeschlossen, davon ist auch das Feld Hankensbüttel-Süd unmittelbar betroffen. Über den Verkaufspreis machen die beiden Unternehmen weiterhin keine Angaben.

Klar ist jedoch: Durch den Verkauf schwingt sich Vermilion Energy zum großen Akteur in diesem Geschäftsfeld im Isenhagener Land auf. Und nicht nur dort, sondern in der ganzen Region: Das Unternehmen hat sich von der Wintershall Dea eigenoperierte Lizenzen und Beteiligungen für die Erdgas- und Erdölförderung in den Landkreisen Gifhorn, Celle und Heidekreis gesichert. Dieser Prozess ist mit dem Verkauf nun abgeschlossen und Vermilion erweitert damit das Portfolio in der Region Hannover, wie das Unternehmen selbstbewusst mitteilt. Eine entsprechende Vereinbarung hatten beide Unternehmen Ende 2020 unterzeichnet.

Die gestiegene Anspruchshaltung bei Vermilion schlägt sich auch in der Unternehmenskommunikation nach außen nieder. „Es freut uns, mit den neu erworbenen Betrieben und Lizenzen in einer uns bereits sehr vertrauten Region weiter zu wachsen und die gute Nachbarschaft auf dieser Basis fortzusetzen“, sagt Geschäftsführer Bill Liutkus zum Neuerwerb. Vermilion verstärkt mit diesem Schritt seine betriebliche Präsenz in der Region Hannover und erhöht seine künftige Tagesproduktion um etwa 800 Barrel Öläquivalent (BOE).

Zu Hankensbüttel-Süd – zwischen Hankensbüttel und Oerrel gelegen – gehört auch das Förderprojekt bei Oerrel, wo Wintershall Dea in 1500 Metern Tiefe auf Öl gestoßen war (das IK berichtete mehrfach). Doch der Konzern möchte sich stattdessen bei der Förderung von Erdgas und Erdöl auf drei Kernregionen in Norddeutschland fokussieren: auf die Erdölproduktion Mittelplate in Schleswig-Holstein sowie in Niedersachsen auf die Erdgasproduktion im Raum Verden und auf die Erdölproduktion in der Region Emlichheim.

Der neue Eigentümer Vermilion ist bekanntlich bereits vor Ort aktiv und treibt derzeit vor allem im Raum Schönewörde, Vorhop und Knesebeck die Optimierung der Förderung voran. Auch das Projekt bei Oerrel wird nun unter Vermilion-Flagge fortgesetzt.

Mit dem Erwerb eigenoperierter Produktionsstätten ist das Unternehmen bereits seit 2017 verantwortlicher Betriebsführer in fünf Erdölfeldern im Raum Osthannover und in drei Gasfeldern im Raum Ostfriesland – „und daher mit den entsprechenden Regionen gut vertraut“, wie Sprecherin Sandra Finger betont. Mit Abschluss der Übernahme wechseln die ausschließlich für die nachfolgend genannten Konzessionen und Beteiligungen tätigen Mitarbeiter von Wintershall Dea Deutschland zum neuen Eigentümer.

• Beim Verkauf handelt es sich um die bislang von Wintershall Dea selbst betriebenen Felder Hankensbüttel-Süd (Erdöl, 100 Prozent Wintershall Dea-Anteil), Bleckmar (Erdgas, 100 Prozent), Becklingen (Erdgas, 50 Prozent), Osterheide (Erdgas, 50 Prozent), Wardböhmen (Erdgas, 50 Prozent) sowie Anteile am fremdoperierten Feld Hankensbüttel Pool (Erdöl, 17 Prozent). Letzteres wird von einem Konsortium betrieben, daher der Begriff „Pool“. Aus dem Feld Hankensbüttel-Süd wurden seit der Entdeckung des Vorkommens 1954 über 15 Millionen Tonnen Rohöl gefördert. Damit ist es produktionstechnisch eines der größten Felder in Deutschland (mit rund 760 000 Tonnen sogar mit der ergiebigsten deutschen Bohrstelle), dennoch hat es inzwischen seine besten Zeiten hinter sich.

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