Heimatforscher Hendrik Altmann über Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg

Das Barackenlager bei Steinhorst

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Die Lage des Barackenlagers am Großen Kain.

Steinhorst – Ein Stück Geschichte nur ein wenig abseits der Landesstraße: Den vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmern auf der L 282 fallen sie nicht ins Auge, den meisten Ortsansässigen dürften die verwitterten Fundamente und maroden Mauerreste jedoch bekannt sein.

Es handelt sich um die Hinterlassenschaften eines ehemaligen Barackenlagers bei Steinhorst.

Die Relikte, die offenbar aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammen, gehörten nach Angaben des Heimatforschers Hendrik Altmann zu einem Lager, dass sich bei Ende des Krieges noch im Aufbau befand. Moosbewachsene Fundamente und Trümmer befinden sich in dem Waldstück nördlich der Landesstraße – etwa 500 Meter vor der Kreuzung Großer Kain, in Richtung Steinhorst gelegen.

Betonierte Grube im zentralen Bereich des ehemaligen Barackenlagers.

„Nach Kriegsende entstanden Gerüchte, wonach dort ein KZ entstehen sollte. Auch wenn diese Gerüchte nicht stimmten, stellt sich doch die Frage, zu welchem Zweck dieses Lager diente beziehungsweise dienen sollte“, schreibt Altmann in einem Blogeintrag. Historische Luftbilder, aufgenommen Anfang April 1945 von Aufklärungsflugzeugen der US Air Force, würden das Barackenlager deutlich zeigen. 13 gebäudeähnliche Strukturen seien zu erkennen, zehn der Baracken deuteten von ihren Abmessungen auf Unterkünfte hin, so Altmann. Das Lager als solches habe eine Ausdehnung von knapp 3,6 Hektar aufgewiesen.

Bei seinen Recherchen fand Altmann nach eigenen Angaben stichhaltige Hinweise dafür, dass italienische Militärinternierte in dem sich noch im Bau befindlichen Barackenlager untergebracht worden seien. Die Internierten hätten Forstarbeiten ausführen und dabei schwere Baumstämme per Hand transportieren müssen. Denn für den Startbahnneubau auf dem Flugplatz Dedelstorf musste ein relativ großer Bereich von Bäumen befreit werden.

„In Steinhorst scheint man von diesen Ereignissen offenbar so gut wie nichts mitbekommen zu haben“, sagt Altmann. Die älteren Steinhorster hätten nach Ende des Krieges offenbar nur wenig über die Zusammenhänge berichtet. Weiterer Bericht folgt

• Auf seinem Blog unter www.found-places.blogspot.com veröffentlicht Altmann seine Beiträge und Erkenntnisse zur Heimatforschung. Über Hinweise an found-places@live.de freut Altmann sich stets, denn es werde schwieriger, Zeitzeugen zu finden, die von einstigen Geschehnissen berichten.

VON PAUL GERLACH

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