Geschäftsführer: „Standort Hankensbüttel rechnet sich wirtschaftlich nicht mehr“

Autohaus Koller schließt die Tür

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Das Autohaus Koller gibt seinen Standort in Hankensbüttel auf.

Hankensbüttel. Nach sechs Jahren ist Schluss: Das Autohaus Koller gibt seinen Hankensbütteler Standort an der Schmiedestraße auf. Seit dem 14. März ist der Betrieb geschlossen und wird abgewickelt. „Er hat sich nicht mehr gerechnet“, sagt Geschäftsführer Richard Koller.

„Es war eine wirtschaftliche Entscheidung, die getroffen werden musste. “ Die Firma sei nicht in Insolvenz gegangen, sondern es handele sich um einen „geordneten Rückzug“. Koller: „Schweren Herzens schließen wir die Türen. “.

Seit 2006 war das Unternehmen in Hankensbüttel ansässig – als Werkstatt-Vertragspartner für Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge und im Service-Bereich mit der Autocrew-Werkstatt von Bosch. Seit Anfang dieses Jahres wehten allerdings keine VW-Fahnen mehr auf dem Firmengelände: Die Firma war nicht mehr Service-Partner von VW, sondern bot einen Service für alle Automarken an.

In Hankensbüttel fing das Unternehmen mit zwölf Mitarbeitern an, zuletzt waren es noch sechs. „Diese Zahl konnten wir nicht mehr hochfahren“, sagt Koller. Der Großteil des „gut ausgebildeten“ Mitarbeiter-Teams, sagt Koller, werde nun an den anderen Standorten des Unternehmens in Wolfsburg-Vorsfelde und in Lehre arbeiten. „Ein, zwei Mitarbeiter wollen uns verlassen, um in der Region zu bleiben“, teilt Koller dem IK mit. Alles sei „sehr harmonisch und ruhig“ verlaufen.

Das Autohaus hat nach Auskunft von Koller die Kunden angeschrieben und informiert. Die Firma bleibe weiterhin für sie am Standort Wolfsburg unter Telefon (0 53 63) 9 72 00 ansprechbar. So könnten auch etwa eingelagerte Winterräder noch abgeholt werden.

Koller blickt mit Wehmut auf die vergangenen Jahre zurück. „Es hat in Hankensbüttel auf Dauer nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Der Start in 2006 sei schon sehr schwierig gewesen.

„Möglicherweise haben wir uns beim Marktpotenzial zu viel vorgenommen“, sagt Koller. Zudem bezeichnet der Geschäftsführer den Standort hinter dem Edeka-Markt als „kritisch“. In dem Gewerbegebiet, das direkt an den Handwerkerring angrenzt, habe sich in den letzten Jahren zwar etwas getan, aber nicht genug. „Die Lage hat uns nicht viel Glück gebracht“, sagt Koller. Das Unternehmen investierte und probierte laut Koller viel, um Kunden zu werben: „Der Kundenstamm kam auch, aber nicht mehr.“ Gestern Nachmittag wurden beim Internetauftritt des Autohauses auch entsprechend die Informationen zum Hankensbütteler Standort entfernt. „Eine Nachnutzung für das Gebäude steht noch nicht“, sagt Koller. Die Dinge hätten sich zuletzt relativ schnell entwickelt. „Zum Jahreswechsel gab es die Überlegungen zur Geschäftsaufgabe“, sagt Koller. Die Betriebsausstattung mit Werkstatt inklusive Hebebühne oder auch Schreibtischen sei noch vorhanden.

Von Paul Gerlach

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