Jugendliche aus Region nutzen Aktion

Ausbildungstag „Hallo Zukunft“ in Hankensbüttel

Jan Rieckenberg (l.) zeigte bei Auto-Reparatur Uwe Peschel in Emmen die Kalibrierstation.
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Jan Rieckenberg (l.) zeigte bei Auto-Reparatur Uwe Peschel in Emmen die Kalibrierstation.
  • VonBurkhard Ohse
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Hankensbüttel/Emmen – Nach der Online-Premiere im letzten Jahr gab es am Samstag, 2. Oktober, die Aktion „Hallo Zukunft“ live vor Ort. 31 Betriebe hatten für interessierte Schüler ihre Türen geöffnet, um einen Einblick in die Ausbildung zu bieten. Mit einem Shuttle-Service wurden die interessierten Jugendlichen von Firma zu Firma gefahren, viele kamen aber auch mit den Eltern.

Denn manche reisten auch aus Zahrenholz, Boitzenhagen, Rühen oder dem Landkreis Celle nach Hankensbüttel an. „Uns wird heute die Bude eingerannt“, erklärte Ute Sauer, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Planschmiede 2KS. Und dort waren viele, vor allem weibliche Interessentinnen, mit ihren Müttern angekommen. „Wir sind neugierig“, sagte eine von ihnen. Und man wolle ja auch sehen, was den Nachwuchs so erwartet.

In der Planschmiede sind das Ausbildungen, etwa zum Bauzeichner, oder auch ein duales Studium zum Bauingenieur. Die Chefs Matthias Köllner und Michael Driesner und Mitarbeiterinnen Annika Hastung und Fiah Heuer führten die Gäste herum, zeigten Arbeitsplätze und ließen auch an Modellen arbeiten. „Das ist haptisch, etwas anders als mit CAD-Programmen“, sagte Driesner, aber das Arbeiten am Computer gebe es natürlich auch. „Als Bauingenieur für Statik oder Tragwerksplanung muss man mehr mathematische Kenntnisse haben“, erklärte Hastung. Architektur dagegen erforderte mehr Kreativität in Absprache mit den Bauherren. Zwei bis drei Auszubildende nimmt die Planschmiede jährlich an.

Weniger Andrang, aber doch einiges Interesse gab es bei anderen Betrieben. Während beim Pflegedienst Kroll vor allem weibliche Interessenten nachfragten, kamen beim Betrieb für Heizung und Sanitär und Klimatechnik Hawellek und bei Auto-Reparatur Peschel in Emmen vor allem männliche Jugendliche und junge Erwachsene, um sich zu informieren sich. Bei Peschel führten die Söhne von Uwe Peschel durch den Betrieb und ließen am Ende einen Quiz-Fragebogen ausfüllen. Wer beim Rundgang vom Teilelager über das Büro bis zur Werkstatt genau aufgepasst hatte, konnte alle Fragen richtig beantworten.

„Normalerweise nehmen wir einen Auszubildenden“, sagte Juniorchef Pascal Peschel. Und den erwarte die modernste Technik, was Autoanalytik angeht. Rene Peschel, selber im zweiten Lehrjahr als Automechatroniker in einem anderen Betrieb, zeigte etwa das Analysegerät. Jan Rieckenberg, der seine Ausbildung bereits lange hinter sich hat, führte die Achsvermessung und die Kalibrierstation vor, die bei modernen Fahrzeugen alles Wichtige überprüft.

Bei Hawellek gab es die Möglichkeit, eine Fußbodenheizung zu verlegen, natürlich modellweise vor dem Betrieb. Im Innenraum war aus Rohrteilen eine Leiter nachzubilden. „Damit erkennen wir, wie geschickt jemand ist, denn Rohre verlegen gehört ja später zur Ausbildung und Arbeit“, erklärte Angelika Hawellek. Was ihren Mann Axel verwunderte, war, dass niemand bis zum frühen Nachmittag nach der Ausbildungsvergütung gefragt hatte. Fertige Bäder, das Ende einer Arbeit, waren in den Ausstellungsräumen ebenfalls zu sehen. Die Ausbildung in dem Betrieb hat einen längeren Namen: Am Ende ist man Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik.

Viele Fragen gab es seitens der Besucher beim Pflegedienst Kroll. Pflegedienstleiter Julian Engels informierte, dass die Ausbildung zu Pflegefachmann oder -frau sehr vielseitig und in drei Abschnitte aufgeteilt sei. „Es gibt fast unzählige Möglichkeiten, was man später machen kann, denn es muss nicht die direkte Pflegedienstleistung bleiben.“ Die Ausbildung führe die Azubis durch viele Betriebe, darunter Krankenhäuser, Pflegeheime, stationäre Pflege oder Hospize, zählte Engels auf. Danach könne man künftig in vielen Bereichen arbeiten, vom Pflegeberater bis zur Altenpflege. Die Nachfrage nach diesem Berufszweig sei vonseiten der Kunden riesig, sagte Firmenchef Karsten Kroll.

Bei allen Betrieben wurden auch Praktika angeboten, als weitere Informationsmöglichkeit. Das Ende des Extra-Arbeitstages feierten die Organisatoren und die Firmen dann bei Pasemann. Tagsüber hatte sich auch Politprominenz bei Peschel eingefunden: Der neue Landrat Tobias Heilmann und der künftige Samtgemeindebürgermeister Henning Evers informierten sich, allerdings freilich nicht wegen einer Ausbildung. „Es ist sehr wichtig, dass dieser Tag in wieder in den Betrieben stattfindet“, meinte Heilmann. „Denn man muss die Luft schnuppern.“

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