Auch das Internat an der Klosterstraße wird im kommenden Jahr saniert / Landkreis muss eine Menge Geld in die Hand nehmen

Augenoptikerschule Isenhagen: Viele Baustellen in 2019

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Der Eingangsbereich, der die Außenstelle der BBS II Gifhorn und die Fachakademie für Augenoptik in Isenhagen verbindet, wird sich im kommenden Jahr optisch verändern: Dort ist eine neue Pausenhalle geplant – mit einer Glaswand.

Isenhagen. Kräftig gewerkelt wird im kommenden Jahr für die Augenoptikerschüler in Isenhagen: Die stetig anwachsenden Schülerzahlen machen millionenschwere Investitionen bei der Infrastruktur durch den Landkreis nötig.

Gut 820 .000 Euro sollen in 2019 für die Sanierung des Internates an der Klosterstraße fließen, 600 .000 Euro in 2020. Laut Angaben der Kreisverwaltung besteht eine rechtliche Verpflichtung zum Betrieb eines Internates für die Auszubildenden der Augenoptikerschule. Diese Aufgabe sei viele Jahre von der Augenoptiker-Innung wahrgenommen worden.

Mathias Biermann, Leiter der Fachakademie für Augenoptik, erläutert im IK-Gespräch den Hergang: „Ursprünglich war der Landkreis der Träger der Internate.“ 2004 habe die Akademie die Internate übernommen, der Landkreis habe zu diesem Zeitpunkt finanzielle Probleme gehabt. Seitdem war die Augenoptiker-Innung der Träger, um den Standort zu sichern. „Auch wenn man dadurch nicht reich wird“, so Biermann. Über ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten für die Schüler zu verfügen, ist für die Akademie ohnehin ein Dauerthema.

Nun ergab sich angesichts umfangreicher Förderprojekte, bei denen Gelder von Land und Bund fließen, für die Akademe allerdings eine Krux: Da die Unterbringung der Berufsschüler eigentlich eine Aufgabe des Landkreises ist, sei dies förderschädlich. Die Innung ist allerdings auf die Fördergelder angewiesen, daher wird nun eine Rückübertragung der Internate an den Landkreis erforderlich. Laut Biermann sind die Weichen dafür gestellt, der Kreis überprüfe das Ganze gerade. Außerdem würden auch noch mit dem Kreis Gespräche anstehen, was eine rückwirkende Entschädigung für die Zeit seit 2004 angeht.

Die bislang genutzten Gebäude in der Klosterstraße seien in einem schlechten Zustand, heißt es bei der Kreisverwaltung. Die Nutzung, etwa von Vierbettzimmern, sei nicht mehr zeitgemäß. Bei einer Sanierung ist jedoch der Denkmalschutz zu beachten. In diesem Jahr wurde daher ein auf die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude spezialisiertes Ingenieurbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Sobald diese vorliegt, sind genauere Kosten bekannt. Gegebenenfalls könnte auch ein zweiter Bauabschnitt nötig werden. Eine Förderung durch die Kreisschulbaukasse wird erfolgen.

Aufgrund gestiegener Schülerzahlen an der Außenstelle der BBS II Gifhorn in Isenhagen reicht der bisherige Pausenraum nicht mehr aus. 2019 wird für 300. 000 Euro eine Pausenhalle im Eingangsbereich errichtet. Es gibt dafür 270. 000 Euro an Fördergeldern.

Biermann stellt die enge Kooperation zwischen der Berufsschule und der Fachakademie heraus, diese sei „einmalig in Deutschland“. Sie zeige sich etwa in Form des „Praxistages“: An einem Tag der Berufsschulwoche vermitteln Dozenten der Fachakademie der Landesinnung den Auszubildenden praxisnahe Lerninhalte als außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahme.

• Durch die Rückübertragung der Internate an den Landkreis liegen laut Biermann auch die Pläne für eine mögliche Erweiterung der Akademie auf dem Grundstück An der Gerichtslaube (das IK berichtete mehrfach) auf Eis. Falls eine Erweiterung in Angriff genommen werden soll, sei dies dann die Entscheidung des Landkreises.

Von Paul Gerlach

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