„Aufklärung aus erster Hand“

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In der Hankensbütteler St. Pankratiuskirche wurden an Heiligabend Handzettel verteilt. Die Verteiler fordern vom Kirchenvorstand eine Aufklärung über die Hetze mancher Personen gegen Hankensbüttels Pastor Jens Seliger.

Hankensbüttel. – von Sabine Peter. Die Zukunft von Pastor Jens Seliger hat in der evangelischen Kirchengemeinde Hankensbüttel in der letzten Zeit für Gesprächsstoff gesorgt. Es steht die Entscheidung an, ob Seligers Amtszeit in Hankensbüttel verlängert wird oder nicht. An Heiligabend wurden Handzettel in der St. Pankratiuskirche verteilt. Denn einige Gemeindeglieder wollen eine Versammlung einberufen lassen, damit die Gemeinde vom Kirchenvorstand über den Sachstand zur Pastor-Personalie informiert wird. Zudem steht der Vorwurf des Mobbings gegen den Pastor im Raum.

Hilke Breidenbach aus Emmen gehört zu der Gruppe, die die Handzettel an Heiligabend verteilt haben. Den Grund ihres Handelns fasst sie klar zusammen: „In der Kirche redet man miteinander und nicht übereinander.“ In Anlehnung an das 8. Gebot (Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten).

Damit bezieht sich Breidenbach darauf, dass es Menschen innerhalb der Kirchengemeinde gebe, die gegen Pastor Seliger und auch gegen seine Familie hetzen würden. „Wir wollen ihn behalten“, sagt Breidenbach. Ihr gehe es besonders darum, wie man miteinander umgehe, gerade innerhalb der Kirche. Breidenbach betont, dass Pastor Seliger von der Handzettel-Aktion nichts wusste und damit auch nichts damit zu tun habe.

Auf dem gelben Handzettel steht, dass sich einige Gemeindemitglieder zusammen gefunden haben, um mit einer Unterschriftenaktion eine Gemeindeversammlung zu beantragen. „Als mündige Kirchenmitglieder möchten wir nicht durch Untätigkeit die Gerüchte unterstützen, sondern erwarten vom Kirchenvorstand Aufklärung aus erster Hand“, ist zu lesen. Der Termin für die Versammlung werde dem IK noch mitgeteilt.

Wie der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Hinrich Hornbostel, erklärt, handelt es sich bei Seliger um eine laufende Personalie. Bei dem Hankensbütteler Pastor besteht nun nach zehn Jahren die vorgegebene Regelversetzungsanfrage. Der Kirchenvorstand hat über die Entscheidung, ob Seliger in der Kirchengemeinde bleibt oder nicht, seine Entscheidung getroffen. Hornbostel: „Es gibt keine Mehrheit im Kirchenvorstand dafür, dass Seliger gehen muss.“ Einstimmig sei dieses Votum nicht gewesen. Nun müsse der Superintendent sein Votum abgeben, was bisher noch nicht passiert sei. Hornbostel sagt ebenfalls, dass es Stimmen in der Kirchengemeinde gebe, die gegen Seliger treiben würden. 72 Unterschriften müssen die Verteiler der Handzettel vorlegen, um eine Versammlung beantragen zu können. Laut Breidenbach ist diese Zahl längst überschritten.

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