Dedelstorfer Rat plant Ausbau von Straßen in Weddersehl und Langwedel

Anlieger sauer über hohe Kosten

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Die Straße „Bauernende“ in Weddersehl: Ein Teilbereich wird neu gebaut, ein weiterer Teil saniert.

Allersehl. Solch eine Kulisse erlebt ein Rat auch nicht alle Tage: Rund 25 Zuhörer waren gekommen, um die Sitzung des Dedelstorfer Gemeinderates am Montagabend im „Allersehler Hof“ in Allersehl zu verfolgen.

Das große Interesse hatte wohl der geplante Ausbau von Straßen in Weddersehl (Bauernende“) und in Langwedel (Am Buschfeld) ausgelöst.

In beiden Fällen müssen sich die Anlieger an den Kosten beteiligen. Das sorgt für Unmut, insbesondere bei den Langwedelern, die die große Mehrheit der Zuhörer stellten. Schon in der Einwohnerfragestunde wurde deutlich, dass die Baumaßnahme in Langwedel die Gemüter erregt. 60 Prozent der Kosten müssen laut Satzung auf die Anlieger umgelegt werden. Was der Einzelne zu zahlen hat, richtet sich nach der Grundstücksgröße.

In Weddersehl soll die Straße Bauernende in Teilen ausgebaut und saniert werden, erläuterte Bürgermeister Bernd Rodewald (FWG) die Pläne. Die Fahrbahn und der Regenwasserkanal sind abgängig, wie es im Behördendeutsch heißt, und müssen neu gebaut werden. Es ist geplant, nur den bebauten Teil auf einer Breite von 4,50 Metern neu zu bauen (das IK berichtete). Um das Regenwasser auffangen zu können, soll ein Regenrückhaltebecken gebaut werden. Von dort aus fließt das Oberflächenwasser in die so genannten Klärteiche.

Die Kosten für den Neubau und die Sanierung des Wirtschaftsweges Bauernende schlagen mit 164 000 Euro zu Buche. Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, so zu verfahren. Lediglich Ratsherr Hans-Hermann Bock (CDU) stimmte dagegen.

Auch bei der Straße „Am Buschfeld“ sind der Regenabwasserkanal und die Straße abgängig, müssen neu gebaut beziehungsweise saniert werden. Neu gebaut wird der Abschnitt zwischen der Kreisstraße 87 bis zur Kreuzung Kahrens auf einer Breite von 5,50 Metern in Pflasterbauweise. Im Bereich zwischen Kahrens und Stille Heide soll eine Oberflächensanierung der Fahrbahn durchgeführt werden. Die Gesamtkosten werden mit 232 010 Euro veranschlagt. Davon entfallen auf die Sanierungsmaßnahme 13 000 Euro. Laut Satzung müssen die Anlieger 60 Prozent der Kosten übernehmen, da es sich, auch wenn das nich alle so sehen, um eine Anliegerstraße handelt, wie der Bürgermeister unterstrich. Erste Berechnungen haben ergeben, dass pro Quadratmeter Grundstücksgröße 1,70 Euro zu zahlen wären.

Viele Fragen hatten die Ratsmitglieder zum Ausbau der Straße „Am Buschfeld“ in Langwedel. Überrascht war nicht nur Annegret Meyer (CDU), dass alle Anlieger der Straße zu den Ausbaukosten herangezogen werden sollen, obwohl wie in Allersehl ein Teil der Straße neu gebaut und der Rest im Splitverfahren saniert werden soll.

Mit dem Antrag, den Beschluss über die Baumaßnahme zu vertagen, scheiterte CDU-Ratsherr Bock. Nur seine drei Fraktionskollegen stimmten für die Vertagung. Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion stimmten die sechs FWG-Ratsmitglieder dafür, die Baumaßnahme durchzuführen. Da SPD-Ratsfrau Andrea Klapdor als Anliegerin von der Baumaßnahme betroffen ist, durfte sie nicht mit abstimmen. Die Ausschreibung soll nun im Herbst erfolgen. Bürgermeister Bernd Rodewald geht davon aus, dass mit dem Bau im Frühjahr oder Sommer nächsten Jahres begonnen werden könnte. Wo es möglich sei, Kosten zu sparen, wolle man dies auch umsetzen.

Eine gute Nachricht, was die Baukosten betrifft, hatte Bernd Rodewald für die Zuhörer. Die FWG-Fraktion sei sich einig, die Kosten für den Regenwasserkanal rauszurechnen, so dass die Anlieger dadurch nicht belastet würden. Immerhin wären das 45 000 Euro.

Sichtlich überrascht von dieser Entwicklung war Erhard Dreyer (CDU). Diesem Vorschlag müsste allerdings noch der Rat zustimmen. Da muss man wohl keine Hellseher sein, um ein einstimmiges Votum voraus zu sagen.

Von Walter Manicke

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