Fördergeld soll her / Wieder Kritik an Kosten

Amtsweg: Hankensbüttel will geplante Neugestaltung beantragen

Beim Hankensbütteler Amtsweg ist bis zum Waldbad-Vorplatz eine Neugestaltung geplant. Der Gemeindeanteil im Optimalfall: 116 400 Euro.
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Beim Hankensbütteler Amtsweg ist bis zum Waldbad-Vorplatz eine Neugestaltung geplant. Der Gemeindeanteil im Optimalfall: 116 400 Euro.

Hankensbüttel – Die Gemeinde Hankensbüttel macht sich auf den Weg und stellt für die geplante Neugestaltung des Amtsweges (das IK berichtete) einen Förderantrag über die Dorfentwicklung.

Bürgermeister Dirk Köllner betonte jetzt bei der Ratssitzung erneut, dass ein starker Unterbau beim Amtsweg aus mehreren Gründen vonnöten sei. Der Gemeinderat beschloss die Antragstellung für die Neugestaltung bei einer Gegenstimme.

„Wenn es etwa einen Chlorunfall geben sollte, kann der Gefahrgutzug dort entlangfahren. Auch die Landesforsten mit ihren schweren Fahrzeugen nutzen den Amtsweg“, erläuterte Köllner. Die Bruttogesamtkosten für das Vorhaben liegen geschätzt bei 869 200 Euro. Der Anteil der Gemeinde würde –wenn die beiden Förderanträge über die Dorfentwicklung und die Kofinanzierungsrichtlinie erfolgreich sind – bei rund 116 400 Euro liegen. Da der Vorplatz des Waldbades Eigentum der Samtgemeinde ist, soll im Nachgang ein Anteil der Gesamtkosten der Samtgemeinde in Rechnung gestellt werden.

Der Bürgermeister führte aus, dass in den Gesamtkosten auch Anpflanzungen von Bäumen und Hecken, Elektro-Ladesäulen für Pedelecs oder die Aufwertung des Bistros enthalten seien. „Ich meine, wir sollten den Weg so aufwerten. Das ist etwas Schönes.“ Ohne Fördermittel würde es sonst teurer. „Es ist eine ansehnliche Gestaltung unseres Hagens.“

Claudia Schulze (CDU) sah das genauso: „Wenn wir keine Fördergelder erhalten, würden wir das Ganze ohnehin nochmal neu diskutieren.“ Aus demselben Grund war auch ihr Fraktionskollege Peter Dierks dafür, den Antrag zu stellen. Ratsfrau Elisabeth van Werde sprach sich ebenfalls pro Antrag aus. Eine schlichte Variante komme nur in Frage, falls es keine Fördergelder geben sollte.

Reinhard Weißmann (WIH) sah fast 870 000 Euro für das kurze Stück als „zu viel“ an. Er plädierte für eine schlichtere Variante. „Das wäre fahrlässig“, hielt Henning Buhr (CDU) dagegen. Die Gemeinde solle seiner Ansicht nach versuchen, an die Fördergelder für das Projekt heranzukommen.

Ein Bürger kritisierte in der Einwohnerfragestunde erneut die Höhe der geschätzten Kosten. Diese seien aus seiner Sicht – als Diplom-Ingenieur Bauingenieurwesen – überzogen und würden um 350 000 Euro zu hoch liegen. Zudem fehle aus seiner Sicht der Vergleich zur Asphaltbauweise. Er frage sich, ob die Höhe der Planungskosten von gut 78 200 Euro angemessen sei. Köllner verwies darauf, dass die Kostenschätzung so vom Verkehrsausschuss empfohlen worden sei. Es gebe aus seiner Sicht nichts daran zu bemängeln. Als der Bürger die Formulierung „bewusst falsche Angaben“ in den Raum stellte, widersprach Köllner deutlich und sprach von „haltlosen Anschuldigungen“. VON PAUL GERLACH

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