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Alter Brauch mit noch älterer Wurstgabel in Steimke

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Von: Hans-Jürgen Ollech

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Wurstsuchen der Jungen Leute aus Steimke.
Mit einer bunt gekleideten Gruppe von jungen Leuten ging es am Samstagmorgen zum traditionellen Wurstsammeln von Haus zu Haus durch Steimke. Später stießen noch weitere Mitstreiter hinzu. © Ollech, Hans-Jürgen

Steimke – Am Samstagmorgen fanden sich zahlreiche buntverkleidete Mitglieder des Steimker Stiefelclubs im Schützenhaus ein, um sich gegen 10.30 Uhr auf den Weg durchs Dorf zu machen und nach uralter Tradition Wurst zu sammeln. Seit nunmehr 232 Jahren wird dieser Brauch in Steimke gepflegt.

Elementarer Bestandteil des Events ist die „Wurstgabel“ aus uraltem Holz, wahrscheinlich Nussbaumholz, die stets nach dem Wurstsammeln wieder hinter Schloss und Riegel gebracht wird, damit sie nicht geklaut wird. Die Sprecherin des Stiefelclubs, Marilena Jakob, ist stolz darauf, dass es diese Wurstgabel in Steimke noch gibt. Sie soll noch älter sein als das Wurstsammeln an sich, so der einhellige Tenor der Steimker Wurstsammler.

Nach dem Start ging es dann zusammen mit dem Musiker Heiner Glupe von Haus zu Haus, um nicht nur Wurst, sondern auch Eier, Brot, Speck, Butter, Schmalz und natürlich auch Geldspenden und Schnaps zu sammeln. Gegen 17 Uhr sei man mit dem Sammeln durch, schätzte Leo Bauke. Anschließend ist es dann Zeit, die Vorbereitungen zum traditionellen Wurstessen im Schützenhaus zu treffen. Da werden die Teller mit dem Essen vorbereitet, Eier gebraten und gekocht und alles schön zurechtgemacht, damit die Bewohner des kleinen Heideortes beim Essen ihre Freude daran haben, betonte Jakob.

Und nach dem traditionellen Wurstessen wird nach alter Sitte gefeiert und getanzt. Der Wintertanz dauert bis in die frühen Morgenstunden und führt die Bürgerinnen und Bürger aus Steimke zu angeregten Gesprächen, Fröhlichkeit und vor allem zur Pflege der dörflichen Gemeinschaft zusammen.

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