Für Bestand an Hankensbütteler St. Pankratiuskirche soll Konzept her / Eventuell weitere Fällungen?

Alte Eichen unter Beobachtung

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Hubbühne im Einsatz: Bei den Stämmen von einigen der Eichen zeigte sich im November eine Durchfaulung in über sechs Metern Höhe – an Stellen, an denen die Bäume schon einmal gekappt worden waren. Diese Gefährdung zwang die Kirchengemeinde zur Fällung.

Hankensbüttel. Der erschütternde Zwischenfall mit erheblichem Sachschaden führte es eindrücklich vor Augen: Am 7. März vergangenen Jahres war bei Baumfällarbeiten eine Eiche auf das Dach des Hankensbütteler Gotteshauses gestürzt. Dadurch wurde die St. Pankratiuskirche schwer beschädigt, deren Außenfassade zuvor gerade erst frisch saniert worden war.

Die Bäume rund um die Kirche sind in der Alterungsphase. Ihre Standfestigkeit und Verkehrssicherheit muss weiterhin engmaschig überprüft werden. Die Kirchengemeinde hat das Thema auf der Agenda und will nun ein Konzept aufstellen, wie mit dem Restbestand verfahren werden soll.

Nun stehen noch acht hohe Eichen in einer Gruppe an der St. Pankratiuskirche. Sie werden regelmäßig gecheckt.

„Es wird eine vernünftige Lösung gesucht“, macht Manfred Hampe vom Kirchenvorstand klar, dass eine nachhaltige Strategie für die nächsten Jahre und Jahrzehnte gefunden werden soll. Dabei arbeitet die Gemeinde eng mit den Fachleuten des Amtes für Bau und Kunstpflege zusammen. Eine Radikalkur will Hampe grundsätzlich nicht ausschließen: Im Extremfall könne das Ergebnis der Untersuchungen sein, dass alle Bäume gefällt und durch neue ersetzt werden müssen. Aber so weit sei man noch lange nicht. Denn der Restbestand von noch acht hohen Eichen in einer Gruppe sei standfest. Es gelte der Ensembleschutz rund um die Kirche.

Schäden an den Stamm lassen sich bei diesen Baumscheiben erkennen.

„Mit der Erkenntnis aus März 2017, dass die Eichen auf der Kirchturmseite durch Braunfäule, einem Pilzbefall von der Wurzel aus, nicht mehr standfest waren, mussten alle restlichen alten Bäume erneut begutachtet werden“, erläutert Hampe die Vorgehensweise seit dem Zwischenfall. Die Begutachtung erfolgte im Mai 2017 durch einen Baumgutachter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Sie zeigte bei allen Bäumen Pflegebedarf und nur bei dem größten Baum am Brunnen eine Schädigung. Diese Faulstelle in etwa sechs Metern Höhe war ohne Hubbühne nicht abschließend zu beurteilen.

Schäden an den Stamm lassen sich bei diesen Baumscheiben erkennen.

Die mit den Pflegearbeiten beauftragte Fachfirma wurde erst im November 2017 tätig. Die Kirchengemeinde folgte der Empfehlung der Firma, neben dem Totholz auch die Kronen auf der Straßenseite zu entlasten, vor allem bei den zur Straße geneigten Bäumen.

Gleichzeitig wurden die Bäume von der Hubbühne aus auf ihre Stand- und Verkehrssicherheit hin überprüft. Dies ergab die Durchfaulung der Stämme von zwei weiteren Eichen – an alten Kappungsstellen in über sechs Metern Höhe und damit eine fehlende Standfestigkeit. In einem Baum zeigten sich auch hohle Äste in der Krone mit einem Durchmesser von immerhin 15 Zentimetern – und das oberhalb des Gehweges. „Die Gefährdung, die von diesen Bäumen ausging, war damit nicht unerheblich und zwang zur Fällung“, sagt Hampe. Der Aufwand mit halbseitiger Sperrung der Straße im Ampelverkehr und der Einsatz einer Fachfirma sei also mehr als begründet gewesen.

„In ihrer natürlichen Umgebung könnte man die Bäume weiter altern lassen, Äste würden abbrechen und schließlich würde ein Rumpfbaum umstürzen“, so Hampe. Das sei an einem Standort an einer stark befahrenen Straße mit einem Gehweg unter den Bäumen nicht möglich. „Wir müssen nicht nur die Standfestigkeit der Bäume prüfen lassen, sondern auch die Verkehrssicherheit und den freien Straßenraum herstellen“, sagt Hampe.

Von Paul Gerlach

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