Aktion Fischotterschutz und Fischer entwickeln gemeinsam marderfreundliche Reusen mit Klappen

Wo steigt der Otter am besten aus?

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Otter „Porthos“ verlässt die Reuse durch die eingebaute Klappe.

Hankensbüttel. Ein weiterer Schritt zu „otterfreundlichen Reusen“: Nach den ersten Versuchen der Aktion Fischotterschutz zur Entwicklung von Otterausstiegen aus Reusen im Jahr 2012 wurden jetzt in Zusammenarbeit mit den Fischern weitere Ausstiegs-Varianten getestet.

Insbesondere Varianten, die nach Ansicht der Fischer praktikabel und funktionstüchtig sind. Hierzu wurden diese Reusen in einem ersten Schritt am „Institut für Binnenfischerei“ in Potsdam getestet. Dort wurde geklärt, ob die Otterausstiege Fische zurückhalten, oder ob die Fische durch die Ausstiege fliehen können. Diese Versuche fanden unter sehr praxisnahen Bedingungen am Rande des Sacrower Sees statt.

Dann wurden die Varianten unter Wasser im Gehege der Marder ausgelegt. Durch die Glasscheiben des Geheges konnte ihr Verhalten gefilmt werden. „So können wir Reusen entwickeln, wie sie sein sollen“, sagt Dr. Hans-Heinrich Krüger vom Otter-Zentrum. Die Tiere wurden ins Wasser gelassen und in den nächsten anderthalb Minuten beobachtet, wie weit sie in die Reusen hineinschwimmen, wie sie sich verhalten und wo sie raus wollen. Die Otter können bis zu acht Minuten tauchen. Doch in den herkömmlichen Reusenvarianten ohne Ausstieg verfangen sie sich an den engmaschigen Stellen, den sogenannten „Kehlen“, und ertrinken. Gleiches gilt laut Krüger auch für Tauchvögel. „Die Otter versuchen durch Drücken an die Außenwände zu entkommen“, schildert Krüger ihr Verhalten.

Die zuletzt entwickelte Variante hielt zwar die Fische zurück, leider aber auch die Otter. Die Fischotter hatten bei ihren Fluchtversuchen zu große Probleme, den Ausstieg überhaupt zu finden. „Die Fischer möchten, dass die Varianten möglichst simpel sind und, dass die Fische dort nicht wieder herauskönnen“, erläutert Krüger.

Es wird daher in den nächsten Monaten weitere Absprachen mit den Fischern und den beteiligten Ministerien geben, um die Versuche dann mit weiter verbesserten Ausstiegs-Varianten fortzuführen. „Wir als Aktion Fischotterschutz sehen die otterfreundliche Reuse als möglich an“, zeigt sich Krüger zuversichtlich.

Von Paul Gerlach

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