Aber Lob für Verhalten der Bedürftigen

Hankensbütteler Klamottenstübchen: Ärger über Müll in Spendensäcken

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Am Karl-Söhle-Weg 5 in Hankensbüttel ist das Klamottenstübchen zu finden. Es ist auf Spenden angewiesen.

Hankensbüttel – Für das Hankensbütteler DRK-Klamottenstübchen am Karl-Söhle-Weg ist zuletzt wieder „vermehrt viel Kram und Kaputtes“ gebracht worden, bedauert Inge Blome. Die Ehrenamtliche sagt: „Das ist schade und es ist viel unnütze Arbeit. Mein Müll ist immer voll, ich weiß oft nicht, wohin damit.“

Vor knapp vier Jahren ging das Klamottenstübchen an den Start, wo jeder – ob Deutscher oder Flüchtling – mittwochs von 10 bis 13 Uhr mitnehmen kann, was er braucht: gebrauchte Kleidung, Haushaltsgegenstände und auch Möbel. Mittlerweile kümmert sich Blome alleine um die Organisation und teilt sich ihre Zeit ein: Denn Mithelferin Olga Schneider musste aus gesundheitlichen und privaten Gründen damit aufhören.

Laut Blome nutzen manche Leute die Spenden, um Müll zu entsorgen. Bis zu zehn Müllsäcke seien es in einer Woche schon gewesen. Sie bezahle jemanden dafür, dass er die Säcke für sie wegbringe.

20 bis 30 Menschen kommen mittwochs vorbei. Nach den vier Jahren ist das Klamottenstübchen eine feste Anlaufstelle in Hankensbüttel geworden. „Es hat sich eingespielt. Die Menschen benehmen sich, sie sind lieb und dankbar“, betont Blome. Beispielsweise aus Oerrel würden Bedürftige extra ins Klamottenstübchen kommen.

„Es gibt tolle Menschen“, freut sich Blome über die Unterstützung, die ihr zuteil wird. Marianne Buse etwa überraschte das Klamottenstübchen jetzt: Aus eigener Tasche kaufte sie Wolle und strickte Socken, Mützen, Handschuhe, Pullover und Jäckchen in bunten Farben. Die Freude war groß und die schönen Sachen wurden gerne von den Flüchtlingen und Deutschen angenommen, berichtet Blome.

Gebrauchtes abgeben kann man im Klamottenstübchen oder nach Vereinbarung mit Blome unter (05832) 1303. Sie dankt allen Spendern, die gute Kleidung, Möbel, Hausrat, Fahrräder oder auch Spielsachen gebracht haben. Besonders gebraucht werden immer Kleiderschränke, Bettgestelle, Matratzen, Kinder- und Kleinmöbel, Fahrräder sowie Tisch- und Bettwäsche.

VON PAUL GERLACH

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