Auf Gasthof-Heine-Fläche wird Platz für Edeka-Markt geschaffen / Archäologen vor Ort

Abrissarbeiten in Steinhorst auf Hochtouren

An der Marktstraße in Steinhorst sind schwere Maschinen im Einsatz: Vom Ex-Gasthof Heine ist inzwischen nur noch der Bauschutt übrig.
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An der Marktstraße in Steinhorst sind schwere Maschinen im Einsatz: Vom Ex-Gasthof Heine ist inzwischen nur noch der Bauschutt übrig.

Steinhorst – In Steinhorst soll in der Ortsmitte an der Marktstraße bekanntlich bis nächstes Jahr ein Edeka-Markt entstehen.

Neben dem Gebäude, das im westlichen Teil der Fläche des ehemaligen Gasthofes Heine positioniert wird, sollen zudem 60 Parkplätze geschaffen werden. Das IK hat sich gestern mit Bürgermeister Klaus-Hinrich Singer dort umgesehen.

Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Die Fläche ist eingezäunt, dahinter ist vom Gasthof-Gebäude nur noch der Bauschutt zu sehen. Das schwere Gerät, das zum Einsatz gekommen ist, hat ganze Arbeit geleistet. „Die Demut schwingt mit“, sagt Singer. Bei vielen Steinhorstern seien mit dem Abriss noch mal die Emotionen hochgekommen, die mit dem Abschied vom Gasthof Heine einhergehen. Als über 350 Bürger im vergangenen Oktober zum Abschiednehmen zusammen kamen, sei es „wie bei einer Trauerfeier“ gewesen, so der Bürgermeister.

Bis der neue Edeka-Markt in 2021 steht, ist noch eine Menge an Vorarbeiten und Planung nötig.

Singer berichtet von einer „guten Kommunikation“ und einer guten Zusammenarbeit mit Edeka. Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan wird vorangetrieben, parallel werden mehrere Gutachten durch Edeka erstellt, etwa zu den Bereichen Lärm und Verkehr (wegen der geplanten Auffahrt). In Sachen Umwelt war Singer mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises vor Ort. Es müsse vor allem darauf geachtet werden, dass nicht zu dicht an die Lachte herangebaut wird, was aber ohnehin nicht geplant sei.

Im Zuge der Arbeiten für den Markt will sich die Gemeinde bekanntlich mit einer eigenen Baumaßnahme anschließen und einen schmalen Gehweg mit wassergebundener Decke schaffen. Die Kommune hatte dafür einen Streifen entlang des Lachte-Ufers und einen an der östlichen Grundstücksgrenze behalten.

Unklar ist nach IK-Informationen derzeit noch, wie groß die Verkaufsfläche im Markt endgültig ausfallen wird. Die Geschossflächenzahl von 1200 Quadratmetern soll nicht überschritten werden. Aber: Edeka wäre bereit, bei den Nebenflächen von normalerweise 400 Quadratmetern etwas wegzunehmen – zugunsten von mehr Verkaufsfläche (für gewöhnlich 800 Quadratmeter). Die Abstimmungsgespräche mit dem Regionalverband Großraum Braunschweig dazu laufen, eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

• Auf dem ehemaligen Grundstück des Gasthofes sind auch Archäologen aus Cremlingen vor Ort. Auftraggeber ist Dr. Ingo Eichfeld von der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn. Bislang wurden einige Erdbefunde mit mittelalterlichen Scherben freigelegt. Nach einem ersten Vergleich mit Material aus Wittingen und Alt-Isenhagen sind die Scherben am ehesten ins 13. bis 15 Jahrhundert zu datieren. Die Ausgrabungen werden fortgesetzt, sodass mit dem Auftreten weiterer Funde zu rechnen ist. Weiterer Bericht dazu folgt. VON PAUL GERLACH UND HANS-HARTMUTH MÜLLER

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