„Es steht Spitz auf Knopf“

Abordnungen machen Hankensbütteler Gymnasium zu schaffen – künftig erst recht

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Am Hankensbütteler Gymnasium wird im nächsten Schuljahr mit größeren Personalproblemen gerechnet. 

Hankensbüttel / Wittingen – „Wir können uns nicht beschweren“, schickt Cornelia Röhrkasten, Leiterin des Hankensbütteler Gymnasiums, im IK-Gespräch voraus.

Das Gymnasium greift der Wiethornschule (Hauptschule) und der IGS Wittingen mit Lehrerabordnungen unter die Arme. Personell sehe es am Gymnasium jedoch auch nicht rosig aus. Die Lehrerversorgung an der Schule liege laut Landesschulbehörde bei knapp 100 Prozent.

Cornelia Röhrkasten, Gymnasium Hankensbüttel

Einige akute Krankheitsfälle machen der Schule das Leben schwer. „Hier und da ist der Notnagel gefragt“, so Röhrkasten. Zur Entspannung der personellen Lage trage aber auch bei, dass es in 2020 nach der Umstellung von G 8 auf G 9 keinen Abiturjahrgang geben wird. „Aber in Zukunft geht so etwas überhaupt nicht mehr“, sagt Röhrkasten mit Blick auf die ständigen Abordnungen. Schließlich stehe es personell Spitz auf Knopf. „Da müssen wir mit umgehen.“ Heute ist Franz Rollinger, Dezernent der Braunschweiger Landesschulbehörde, in Hankensbüttel, um mit Röhrkasten über das Schuljahr 2020/21 zu sprechen und die Bedürfnisse der Schule abzufragen.

Stefan Krauß, Leiter der IGS Wittingen, freut sich über die Unterstützung durch das Gymnasium. Personell spüre man weiterhin, dass es schwierig sei, junge Lehrer auf das Land zu bekommen. Musik und Mathematik seien die Mangelfächer. Die Leiterin der Wiethornschule, Cornelia Betzinger, war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das Kultusministerium hatte in einer Pressemitteilung vor einer Woche betont, dass nach derzeitigen Prognosen die landesweit durchschnittliche Unterrichtsversorgung in diesem Schuljahr einen Wert von etwa 99,8 Prozent (bisher 99,4 Prozent) erreichen wird. Das Ziel ist es, die 100-Prozent-Marke zu überspringen. Mit 1710 Stellen hätten 90 Prozent der ausgeschriebenen rund 1.900 Stellen besetzt werden können. In dem Einstellungsverfahren seien 300 Lehrer mehr eingestellt worden, als aus dem Dienst ausscheiden. Die Versorgung an den Grundschulen sowie der Gymnasien werde landesweit durchschnittlich rund 100 Prozent erreichen.

„Insbesondere im Haupt- und Realschulbereich sowie an den Förderschulen bestehen aber weiterhin erhebliche Herausforderungen“, wird in der Mitteilung extra betont.

VON PAUL GERLACH

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