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740 000 Euro für mögliches Dorfgemeinschaftshaus in Sprakensehl

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Die Fläche für das mögliche Dorfgemeinschaftshaus an der Sprakensehler Schulstraße.
Die Teilfläche an der Schulstraße in Sprakensehl (innerhalb der roten Linie) könnte bis zu 4000 Quadratmeter groß sein, wie aus dem Erbbaurechtsvertrag hervorgeht. © Gemeinde Sprakensehl

Sprakensehl – Noch hat Sprakensehl kein Dorfgemeinschaftshaus (DGH), doch dies könnte sich ändern. Der Vorbereitungsausschuss der Gemeinde hat sich nämlich bei einer Gegenstimme dafür ausgesprochen, das Thema dem Gemeinderat zum Beschluss zu empfehlen. Konkret geht es für die Gemeinde Sprakensehl darum, mit dem Eigentümer des für das DGH vorgesehenen Grundstücks an der Schulstraße (die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sprakensehl) sowohl einen Erbbaurechtsvertrag als auch eine Vereinbarung zum Gemeindehaus zum Abschluss zu bringen.

„Wenn kein DGH errichtet wird, dann würden viele Gruppen auf der Straße stehen: Posaunen- und Gesangs-chor, der Bibelkreis und noch andere“, so die Ausschussvorsitzende Christiane Fromhagen über die Beweggründe für den angestrebten Bau. Dieser sei nötig, wo doch der eigentliche Treffpunkt – das Pfarrhaus – bei einer Pensionierung von Pastor Dr. Heinrich Springhorn geschlossen werde. „Wir wollen Rölings Hof aber keine Konkurrenz machen. Vielmehr können sie das Catering stellen“, so die Ausschussvorsitzende.

Mit im Boot beim Gemeinschaftsprojekt „DGH“ sei auch der Ortsverein des DRK. Ihm gehört laut Fromhagen im noch zu bauenden Objekt die Küche, der Kirchengemeinde die Außenanlagen. Die Gemeinde Sprakensehl fungiere als Eigentümerin.

Nach jetzigem Stand sei eine Förderung von 90 Prozent für das mit Baukosten von 740 000 Euro verbundene DGH möglich. „Deswegen müssen wir den Antrag jetzt stellen. 2023 beträgt der Anteil nämlich nur noch 75 Prozent“, ist sich die Ausschussvorsitzende der günstigen Konditionen bewusst. Mit einem Bescheid sei Ende Oktober oder Anfang November zu rechnen.

Für die Idee, ein DGH in Sprakensehl zu errichten, hatte Ausschussmitglied Friederike Springhorn viel übrig: „Es ist ein Verlust für die Kinder, das Pfarrhaus zu verlieren. Ein Angebot im DGH wäre für sie daher sehr wertvoll.“ Und Melanie Schiller betonte, wie bedeutend die Lage des Hauses ist: „Ich finde es wichtig, dass es zentral liegt. Daher gibt es für das DGH meine Unterstützung.“ Irmgard Pfeffer hatte indes Bedenken. Ihr seien die Unwägbarkeiten zu groß und die Verträge (sie gingen an das Amt für regionale Landesentwicklung) zu früh aufgesetzt worden. Auch stieß sie sich an dem im Erbbaurechtsvertrag festgehaltenen Passus, dass das Erbbaurecht bereits nach 20 statt der üblichen 99 Jahre Laufzeit endet.

Eine Sache, die Fromhagen mit den anfallenden Zinsen begründete: „Die Laufzeit ist nicht auf 99 Jahre angesetzt, weil die Gemeinde ab dem 21. Jahr Zinsen aufs Haus zahlen müsste.“ Dass dies erst dann passiere – und nicht wie üblich mit Beginn der Vertragslaufzeit – liege an der Rolle der Kirche als Mitnutzer. Pfeffer empfand 20 Jahre Laufzeit dennoch als zu gering. Fromhagen bat daraufhin eine anwesende Kirchenvertreterin, das Thema in den am Montag zusammentreffenden Kirchenvorstand zu tragen. Dort solle beraten werden, ob seitens der Kirche das Erbbaurecht auch länger als 30 Jahre laufen kann. Dies dürfte auch Einfluss auf die Gemeinderatssitzung am Dienstag haben.

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