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50 Jahre Musikzug: Emmen feiert große Jubiläumsparty über zwei Tage

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Von: Burkhard Ohse

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Die Musikanten des Musikzuges Emmen.
Die Musikanten des Musikzuges Emmen wagten sich bei dessem 50-jährigen Jubiläum auf die Tische. © Ohse, Burkhard

Emmen – Am 17. und 18. September gab es in Emmen „im schönsten Schützensaal der Welt“ bei der „besten Schützengesellschaft “ das Jubiläum des „besten Musikzuges“. Die ersten beiden Urteile fällte Jens Cohrs, Leiter des Musikzuges, das dritte dann die Gäste bereits am Samstagabend schon während der Jubiläumsfeier. Dort wartete nämlich der 50 Jahre junge Musikzug mit einem fulminanten Musikauftritt auf.

„Zugabe“ rief ein Gast bereits nach dem ersten Stück des „Rambo-Zambo-Konzertes“ – er bekam fast zwei Dutzend davon. Nicht nur das Publikum stand auf den Bänken, die Musiker wagten sich auf einen extra präparierten und stabilen Tisch mitten in die Menge, feierten, tanzten und musizierten. Ob „Böhmische Liebe“, der „Schneewalzer“, „Que Sera“ oder das „Kufsteiner“: Die Gäste schunkelten und hielten dazu ihre Smartphones hoch. Letzteres nicht nur für Erinnerungsaufnahmen, sondern auch als Feuerzeug-Ersatz.

Junge wie Ältere, fast der ganze Ort drängten sich ins Schützenhaus. Dazu waren Gäste aus dem Umkreis und Mitglieder anderer Musik- und Spielmannszüge sowie Blaskapellen gekommen. Cohrs gab Einblick in die Chronik des Musikzuges, der offiziell 1972 seinen Anfang nahm. Natürlich wurde bereits davor musiziert, auch mit Blechblasinstrumenten. Allein der Musikzug existiert bis heute. Das war auch auf den Fotowänden und der Zeittafel zu sehen. 34 aktive Musiker, ein Durchschnittsalter von 33 Jahren: Das garantiert auch die nächsten 50 Jahre Musik. Zwei neue Musiker waren am Samstag erstmals dabei. Einer von ihnen stand vor zwei Jahren noch mit leuchtenden Augen vor der Bühne, so Cohrs.

Tanz auf Tischen mit Polka und Kaiser-Songs

Das musikalische Spektrum reichte von flott und beschwingt bis hin zu „mit Liebe und Hingabe“. Es gab Western-Melodien, eine Polka, die „in die Heide geschwappt ist“, Roland-Kaiser-Gassenhauer, das anrührende Steiger-Lied oder „Sweet Caroline“. Die Menschen sangen kräftig mit, nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne. Und es gab auch eine Emmer Seeräuberpistole. Cohrs berichtete von einem unermesslich wertvollen Schatz samt schwarzer Seele eines Emmer Piraten, der einst den Emmer Bach unsicher machte und das Riff bei Knesebeck umschiffte. Alles, als das kleine Bächlein noch meterhoch Wasser führte. Doch fehlten jegliche genauen Hinweise, sodass der Schatz wohl ewig in der Heide schlummern wird. Der eigentliche Schatz war an diesem Abend die Dorfgemeinschaft, die Riesenfete und Blechblasmusik par excellence. Dank gab es von Cohrs für alle, besonders an „seine“ Musiker.

„Wir sagen Dankeschön für 50 Jahre Musikzug“ erklang mehr als einmal – noch, als das Konzert bereits beendet war. Am Sonntag gab es dann die zweite Mega-Party. Dazu kamen etliche Musikzüge aus der gesamten Region zusammen.

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