Landkreis Gifhorn hat landesweit niedrigste Quote an betreuten Kindern im Kindergartenalter

„Ziel: Plätze bereitstellen“

Landkreis Gifhorn. Mehr Kleinkinder denn je werden in Niedersachsen betreut – die Zahl der betreuten Kinder im Kindergartenalter ist im Landkreis Gifhorn allerdings landesweit relativ betrachtet die niedrigste.

Wie passt das zusammen? Und: Muss man da was machen? Der Landkreis Gifhorn nimmt zu diesen Fragen Stellung.

Der Sachverhalt: Die Zahl der Kleinkinder in Niedersachsen, die in einer Kita oder von einer Tagesmutter betreut werden, ist im vergangenen Jahrzehnt rapide gestiegen. Am 1. März 2016 wurden 28,4 Prozent aller Jungen und Mädchen unter drei Jahren betreut, 2007 waren es erst 6,9 Prozent, berichtet das Landesamt für Statistik. Die Quote stieg damit zwar deutlich, lag aber trotzdem immer noch klar unter der angestrebten Marke von 35 Prozent. In Niedersachsen erreichten dieses Ziel bis 2016 nur wenige Regionen. Dabei klaffen die Werte weit auseinander.

Auch Kindergartenkinder zwischen drei und sechs Jahren haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Landesweit wurden Anfang März vergangenen Jahres 93,2 Prozent dieser Altersgruppe betreut (2007: 83,3 Prozent). Die in Relation wenigsten betreuten Kinder (84,6 Prozent) gab es im Landkreis Gifhorn, die meisten (99,8 Prozent) im Kreis Harburg.

Der Landkreis Gifhorn will weiterhin eine an dem Bedarf und der Nachfrage der Eltern orientierte Planung in Abstimmung mit seinen Gebietseinheiten umsetzen und den Rechtsanspruch gemäß den gesetzlichen Bestimmungen sicherstellen. Im März 2016 wurde eine Bestandsaufnahme bei den Gebietseinheiten vorgenommen (siehe Infokasten). Diese freien Plätze sind laut Landkreis auch als Ressource anzusehen, um für einen unvorhergesehenen Bedarf Vorsorge zu treffen. „Es gibt in der Kinderbetreuung keine Pflicht, sein Kind in den Kindergärten betreuen zu lassen“, teilt der Landkreis mit. „Die Betrachtung allein der Versorgungsquote – des Verhältnisses der vorhandenen Plätze zu den Kindern der entsprechenden Altersgruppe – sagt nichts über die tatsächliche Inanspruchnahme aus.“ Eine Versorgungsquote von beispielsweise 65 Prozent sage noch nichts über die tatsächlich belegten Plätze aus. Bei rückläufigen Kinderzahlen und Beibehaltung der Anzahl der Betreuungsplätze steige die Quote, ohne dass auch nur ein Platz geschaffen wurde.

Die immer noch verbreitete Meinung, dass es in der Versorgung mit Betreuungsplätzen eine Zielquote gäbe – in der Regel werde von 35 Prozent gesprochen – sei außerdem irreführend. „Es gibt keine gesetzlich festgelegte Zielquote“, so der Landkreis.

Die genannten 35 Prozent seien eine vor dem geplanten Krippenausbau von Fachleuten „geschätzte“ Versorgungsquote. Das gesetzliche „Ziel“ sei dagegen der Rechtsanspruch auf einen Krippen- oder Kindergartenplatz. Der Rechtsanspruch sei nicht bei einer bestimmten Quote erfüllt, sondern dann, wenn sichergestellt ist, dass für jedes Kind bei einer Nachfrage ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht. Dies wolle der Landkreis auch weiterhin im Interesse der Eltern und Kinder tun.

Von Dennis Klüting

Rubriklistenbild: © dpa

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