Experte hält am 2. Februar auf Einladung der Kreisvolkshochschule Gifhorn einen Vortrag über Rechtsextremismus

Das Ziel: Den Bürgern die Augen öffnen

+
Ermittler bringen im November 2011 einen Mann aus Sachsen zu einem Haftprüfungstermin. Er soll die terroristische Vereinigung NSU unterstützt haben.

Landkreis Gifhorn. Die Anschläge der rechtsextremistischen Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) werfen für Ulf Neumann, Fachbereichsleiter bei der Kreisvolkshochschule (KVHS) Gifhorn, „mehr Fragen auf, als sie Antworten geben“.

Die mutmaßlichen Täter sollen für die Ermordung mehrerer Dönerbuden-Besitzer verantwortlich sein. „Die Organe des Verfassungsschutzes haben offenbar die Augen verschlossen vor den Aktivitäten der NSU“, kritisiert Neumann.

Den Bürgern die Augen öffnen will die KVHS dagegen mit ihrer Infoveranstaltung am Donnerstag, 2. Februar, ab 18.30 Uhr im Rahmen der Gifhorner Anti-Gewalt-Akademie. Dabei wird Michael Neu über das Thema „Rechtsextremismus gefährdet die Demokratie“ referieren.

Spätestens seit der Aufdeckung der Terrorzelle stelle sich die Frage, wie aktuell der Rechtsextremismus auch im Kreis Gifhorn ist und wie sinnvoll ein NPD-Verbot wäre, sagt Neumann. Denn auch in der hiesigen Region gebe es „eine gewisse Problematik“ hinsichtlich rechtsextremer Taten. „Wir wollen Interessierten daher mit dem Vortrag aufzeigen: Haltet die Augen offen und wehret den Anfängen.“ Der Info-Abend soll zudem einen Einblick in die aktuelle Situation des Rechtsextremismus bieten und erläutern, was jeder Demokrat gegen Neonazi-Aktivitäten tun kann.

Auch Experten der Polizeiinspektion Gifhorn werden an der Veranstaltung teilnehmen, sagt Polizeisprecher Thomas Reuter auf IK-Nachfrage. Seinen Worten zufolge gibt es im Kreis Gifhorn aber keine feste rechtsextremistische Gruppierung, wohl aber lose Verbindungen einzelner Personen zu auswärtigen Organisationen, etwa in Braunschweig und Sachsen-Anhalt.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare