Christian Halbeisen ist nach neun Jahren wieder an Leukämie erkrankt

Die Zeit drängt

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Für die Typisierung braucht es nicht viel. Blut muss bei der Aktion nicht mehr abgenommen werden.

Dedelstorf. Es ist selten, dass das gleiche Schicksal zweimal zuschlägt. Christian Halbeisen ist nach neun Jahren wieder an Leukämie erkrankt. Und diesmal ist es eine sehr aggressive, seltene Form.

„Sie kommt nur dreizehnmal in Deutschland vor“, weiß seine Mutter Ramona Halbeisen. Zusammen mit ihrem anderen Sohn Dominik hatte sie am gestrigen Sonntag zu einer Typisierung aufgerufen, mit Unterstützung des Vereins „Wolfsburg hilft“ und dem Betreiber des Bogensportparcours ARTchers Land auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne, Ralf Johänntges.

Der zögerte nicht, als die Anfrage kam, ließ sich ebenfalls typisieren. Die Familie Halbeisen ist im Bogenschießen aktiv, so war die Hilfe für Johänntges keine Frage. Der Sonntag eignete sich deshalb, weil das Torten-Turnier stattfand, an dem 130 Schützen teilnahmen. Doch nicht nur die Freunde des Bogensports fanden den Weg zur Typisierung, auch weitere Hilfsbereite kamen. Hans-Dieter Leusmann etwa nutzte die Gelegenheit, sich in der Nähe seines Wohnortes Hankensbüttel typisieren zu lassen.

Das Prozedere war einfach. 30 Sekunden zwei Wattestäbchen in der Wangeninnenseite reiben, die Stäbchen zwei Minuten trockenschütteln, eintüten und fertig. „Blut muss nicht mehr abgenommen werden, Kosten kommen auch nicht auf die Freiwilligen zu“, sagte Ramona Halbeisen. Die Kosten von 50 Euro für eine Typisierung werden durch Spenden aufgebracht. Johänntges will sie sogar aus eigener Tasche zahlen. „Leukämie kann jeden treffen, die Ursache der Krankheit sind nicht nicht bekannt“, erklärte Ramona Halbeisen, für deren Sohn die Zeit drängt.

Unter bisher 1400 Typisierten gab es keinen passenden Spender, einen genetischen Zwilling zu finden, ist schwierig. Jeder, der sich typisieren lässt, hilft. Auf die Datenbank, in der die Ergebnisse eingetragen werden, gibt es einen weltweiten Zugriff. Weitere Typisierungen sind auch deshalb nötig, weil manche Typisierte den Wohnort oder durch Heirat den Nachnamen wechseln und so nicht erreichbar sind. Zudem dürfen die Spender nicht älter als 55 Jahre alt sein. Das ist auch das Problem bei dem ersten Spender von Christian.

Er hat jetzt diese Altersgrenze überschritten, sagt Ramona Halbeisen. Typisieren kann man sich auch über den Hausarzt oder den Verein Wolfsburg hilft. Der ist im Internet unter www.wolfsburg-hilft.de zu erreichen.

Von Burkhard Ohse

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