Zehn Schafe gerissen

Räderloh: Kehl- und Keulenbisse deuten auf Wolf hin

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Am 1. Mai schlug ein Wolf in Räderloh zu und tötete ein Schaf. Ist er auch für die Risse in der letzten Woche verantwortlich?
  • vonSteffen Schmidt
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Räderloh. Mehrere Wochen lang war es ruhiger geworden um den Wolf im Landkreis Gifhorn.

Nun ist – nach den bestätigten Rissen bei Betzhorn und Teichgut – ein weiterer Vorfall gemeldet worden: Bei Räderloh wurden in der letzten Woche bei gleich zwei nächtlichen Angriffen insgesamt acht Mutterschafe und zwei Lämmer getötet, teilte der betroffene Tierhalter dem IK gegenüber mit.

Der nach einem der beiden Angriffe verständigte Wolfsberater Karl-Gustav Laser aus Gifhorn vermutet hinter der Attacke einen Wolf. Kehlbisse und angefressene Keulen würden diese Einschätzung stützen. „Es spricht einiges dafür, aber man muss die Ergebnisse der DNA-Analyse abwarten“, sagt Laser, der die entsprechenden Proben und das Protokoll zum Vorfall schon an das NLWKN weitergeleitet hat.

Ein weiteres Indiz: Bereits am 1. Mai diesen Jahres wurde die Herde eines anderen Räderloher Tierhalters Opfer einer Wolfsattacke, wie das NLWKN auf IK-Anfrage bestätigt. Dabei hatte ein Wolf ein Schaf getötet und eines verletzt.

Kurz vorher waren bei Betzhorn und Teichgut mehrere Tiere von einem Wolf getötet worden (das IK berichtete). Danach wurde es zunächst ruhig. Bis zu den Attacken in Räderloh waren keine weiteren Nutztierrisse gemeldet worden.

Eine erhöhte Anzahl an Sichtungen im Landkreis liege ebenfalls nicht vor, berichtet Laser. Das bestätigt auch Thomas Reuter von der Kreisjägerschaft. „Aber“, so Reuter, „man muss davon ausgehen, dass Wölfe den Landkreis durchqueren.“ Aufgrund der langen Wege, die Wölfe zurücklegen und ihrer riesigen Reviere seien die Tiere definitiv auch im Landkreis Gifhorn anzutreffen, erläutert auch ein weiterer Wolfsexperte im IK-Gespräch.

In Räderloh und Umgebung sollen sich Sichtungen nach IK-Informationen allerdings häufen. Bestätigte Hinweise auf in diesem Gebiet sesshafte Rudel oder Einzeltiere gebe es jedoch bisher noch nicht, sagt der Fachmann. Hinweise darauf, dass im Bereich Räderloh ein Rudel heimisch geworden sein soll, wurden verfolgt, hätten sich aber nicht bestätigt. Bilder von mutmaßlichen Wolfswelpen aus einer Fotofalle hätten sich etwa im Nachhinein als Bilder von Fuchswelpen herausgestellt.

Sichtungen alleine seien kein Beweis, da immer die Verwechslungsgefahr – etwa mit Hunden oder Füchsen – bestehe. Dennoch solle jeder Hinweis an die Wolfsberater gemeldet werden, nur dann könne man die Sache auch seriös verfolgen, bittet auch Laser.

Von Steffen Schmidt

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