Polizei Gifhorn warnt vor erhöhter Gefahr im Winter / Tiere auf Nahrungssuche

Zahl der Wildunfälle steigt

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Erfolgreiches Mittel gegen Wildwechsel: blaue Reflektoren an Leitpfosten.

Landkreis Gifhorn. Autofahrer im Landkreis Gifhorn müssen in diesen Tagen ganz besonders aufmerksam sein. Der Grund ist nicht nur die bevorstehende Rückkehr des Winters, sondern der derzeit starke Wildwechsel. „Die Monate Dezember bis Februar sind immer eine kritische Zeit.

Dann muss man verstärkt damit rechnen, dass Wild die Straßen überquert, und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit“, warnt Thomas Reuter, Sprecher der Polizeiinspektion Gifhorn und zugleich der Kreisjägerschaft, im IK-Gespräch.

Zurzeit gibt es nur ein eingeschränktes Nahrungsangebot für das Wild. Auf der Suche nach Futter legen die Tiere daher größere Strecken zurück und kreuzen auch Straßen. Die Gefahr dabei: Das Wild kann Fahrzeuge ab einer Geschwindigkeit von etwa 70 Stundenkilometern optisch nicht mehr wahrnehmen. Zusammenstöße sind oft die Folge.

Wie groß das Risiko von Wildunfällen ist, zeigt die Statistik der Polizei Gifhorn. So verzeichneten die Beamten bis Ende November 2012 – die Auswertung für Dezember liegt noch nicht vor – kreisweit 1115 Wildunfälle. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 1017. „Die Zahl pendelt sich auf gleichbleibend hohem Niveau ein“, berichtet Reuter. Und das seien nur die polizeibekannten Wildunfälle, die tatsächliche Zahl liege darüber.

„Zum Glück gab es in 99,9 Prozent der Fälle keine verletzten Personen, sondern nur Blechschäden“, sagt Reuter. In einem Fall endete ein Wildwechsel jedoch tödlich: Eine 18-jährige Autofahrerin wollte im Oktober auf der B 244 bei Alt-Isenhagen einem Tier ausweichen. Ihr Pkw geriet ins Schleudern und prallte gegen einen Baum am Straßenrand. Dabei kam die junge Frau ums Leben (das IK berichtete).

Die Prävention von Wildunfällen spielt laut Reuter eine wichtige Rolle im Kreis Gifhorn. Als erfolgreich hätten sich blaue Reflektoren an Leitpfosten erwiesen. „An den Strecken, an denen die Reflektoren stehen, gab es keine Wildunfälle mehr“, schildert Reuter. Besonders auffällig: An Stellen, an denen die blauen Plastik-Aufsätze gestohlen worden oder abgefallen waren, hätten sich prompt Wildunfälle ereignet. „Das ist schon markant“, meint Reuter.

Für bedingt erfolgversprechend hält er LED-Leuchttafeln, die vor Wildwechsel warnen. Zwei davon will der Landkreis demnächst an Unfallschwerpunkten im Kreisgebiet installieren. „Kurzzeitig, also für ein paar Monate, hilft das sicherlich“, glaubt Reuter. „Aber irgendwann tritt bei den Verkehrsteilnehmern ein Gewöhnungseffekt ein und die Wirkung verpufft.“ Deshalb schlägt Reuter vor, die Standorte der Warntafeln zu wechseln.

Von Bernd Schossadowski

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