Weltwassertag: Landkreis Gifhorn will für Umweltschutz sensibilisieren

Wurzelbürste statt Chemie

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Werben für sauberes Wasser und möglichst wenig Chemie in der Umwelt: Landrat Dr. Andreas Ebel (von links), Johannes Malczak und Otto Weichsler.

Gifhorn. Um Abwasser geht es in diesem Jahr am Weltwassertag, der für den 22. März von den Vereinten Nationen ausgerufen ist. Des Themas hat sich speziell an diesem Tag auch der Landkreis angenommen.

„Wasser ist eine der wichtigsten Ressourcen, und wir können froh sein, dass sie uns in den gemäßigten Zonen ausreichend zur Verfügung steht“, erklärt dazu Landrat Dr. Andreas Ebel.

„Wir haben uns mit Mikroschadstoffen beschäftigt“, führt dazu Otto Weichsler, Gruppenleiter der Abteilung Wasserwirtschaft, aus. Denn diese können oft nicht ausreichend und nachhaltig aus dem Abwasser entfernt werden. Das erklären die Fachleute anhand eines Beispiels. „Abwasser ist in Deutschland im Wasserhaushaltsgesetz als das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte sowie das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser definiert“, erklärt Weichsler. Und dazu gehört auch Wasser, das beim Frühjahrsputz von der Terrasse abfließt, wenn man etwa den grünen Belag entfernt. Die Gefahr dabei: die Belagentferner. „Problematisch sind einige Inhaltsstoffe, etwa Benzalkoniumchlorid“, sagt Johannes Malczak, bei der Landkreisverwaltung für Abwasser zuständig. „Dieser Inhaltsstoff ist sehr gut wasserlöslich und wirkt abtötend auf Bakterien, Pilze und Algen.“ Diese Substanz wird jedoch auch in technisch ausgefeilten Kläranlagen nicht abgebaut und gelangt über das gereinigte Abwasser und den Klärschlamm zurück in den biologischen Kreislauf. Das Benzalkoniumchlorid tötet dabei auch eine Vielzahl von Bodenlebewesen und lässt sich aufgrund der schlechten Abbaubarkeit auch im Grundwasser nachweisen. Damit kommt es langfristig durch das Trinkwasser, das aus dem Grundwasser gewonnen wird, wieder zum Menschen, führt Malczak aus. „Und das ist nur ein Beispiel.“

Auf der Rückseite der Verpackungen und per Internet kann man sich genauer informieren. Malczak rät im Falle der Grünbelagsentfernung zu Hausmitteln wie die „gute alte Wurzelbürste und Natron oder Backpulver, die den gleichen Effekt haben, zugegebenermaßen mit ein wenig mehr Anstrengung“.

Von Burkhard Ohse

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