Aktion soll Sterbenskranken ein letztes besonderes Erlebnis ermöglichen

DRK mit „Wunschmomenten“

Im Team „Wunschmomente“ arbeiten DRK sowie Palliativ- und Hospiznetz Gifhorn mit Begleitern zusammen. Foto: DRK Gifhorn
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Im Team „Wunschmomente“ arbeiten DRK sowie Palliativ- und Hospiznetz Gifhorn mit Begleitern zusammen.
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Gifhorn. Die Elbphilharmonie erleben, die Bergluft im Harz atmen oder noch ein letztes Mal ans Meer – wer sterbenskrank ist, kann sich so einen Wunsch oft nicht selbst erfüllen.

Mit dem Angebot „Wunschmomente“ schafft das DRK Gifhorn künftig Abhilfe und ermöglicht, dass letzte große Wünsche wahr werden.

Roland Strehmel, Pressesprecher beim DRK, erklärt: „Der Fahrgast wird durch qualifizierte Ehrenamtliche des DRK-Kreisverbandes Gifhorn an einen Ort begleitet, um schöne Augenblicke zu erleben, die das Leben ein Stück weit bereichern.“ Fahrten sollen üblicherweise am Wochenende stattfinden und sie sollen mit Hin- und Rückfahrt innerhalb eines Tages realisierbar sein. Sie sind für den Fahrgast und eine Begleitperson kostenlos.

Besuch am Hamburger Hafen mit Blick auf Elbe, Kräne und Musical-Gebäude: Ein „Wunschmoment“, den das DRK Uelzen bereits erfüllen konnte. Auch in Gifhorn gibt es das Angebot jetzt.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Palliativ- und Hospiznetz Gifhorn umgesetzt. Vom Palliativnetz Gifhorn betreute Personen richten ihren Wunsch an ihren Ansprechpartner im Palliativnetz oder direkt an das DRK. Dieser wird geprüft, geplant und schnellstmöglich umgesetzt. Gemeinsam mit dem Fahrgast, dessen Vertrauten, den ehrenamtlichen Begleitern und einer Palliativfachkraft findet ein Vorgespräch zum gegenseitigen Kennenlernen statt. Anschließend steht der Reise zum Wunschort nichts mehr im Wege.

Beraten lassen konnte man sich in Gifhorn vom DRK Uelzen. Dort liegt – zumindest innerhalb des DRK – die Keimzelle für die „Wunschmomente“-Fahrten, die von der DRK Bereitschaft Uelzen 2016 ins Leben gerufen wurden. „Es erfüllt uns schon ein bisschen mit Stolz, dass das Angebot auf so gute Resonanz stößt“, sagte Sprecherin Meike Karolat gestern gegenüber dem IK. Damit meinte sie nicht nur die Nachahmer in den eigenen Reihen, sondern auch die positive Resonanz von Gästen und Begleitern. Die Aktion liege den Ehrenamtlichen am Herzen und auf den Fahrten kämen sich alle Beteiligten näher. Dass man sich im Anschluss in dem Bewusstsein trenne, sich sehr wahrscheinlich nie mehr wiedersehen zu können, würde mit dem guten Gefühl aufgewogen, einen großen Wunsch erfüllt zu haben, so Karolat.

Beim DRK Gifhorn weist man indes darauf hin, dass Unterstützung wichtig ist: „Um Wunschmomente langfristig erfüllen zu können, sind wir auf finanzielle Hilfe und ehrenamtliches Engagement angewiesen.“

Von Steffen Kahl

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