Ablenkung als Thema dieser Tage

Ein Wrack als Mahnung: Verkehrssicherheitstag in der Gifhorner Fuzo

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Kaum noch zu erkennen: ein Auto nach einem tatsächlichen Baumunfall – ein verstörender Anblick für die Passanten mitten in der Gifhorner Fußgängerzone.

Gifhorn. Mit 120 km/h gegen einen Baum – das Ergebnis konnten Passanten am Samstag beim Verkehrssicherheitstag in der Gifhorner Innenstadt sehen. Der Baum: dort, wo eigentlich der Platz des Fahrers ist. Der Motorblock: weggedrückt. Ursache: unbekannt, womöglich Ablenkung oder Unaufmerksamkeit des Fahrers.

Verkehrssicherheitsberater Hans-Heinrich Kubsch demonstriert die Rechte-Hand-Regel für die Rettungsgasse.

So stand das Wrack eines Kleinwagens, völlig deformiert samt dem Originalbaum in der Fußgängerzone. „Das Denk-Mal wurde uns aus Frankfurt zur Verfügung gestellt, um zu zeigen, was passieren kann“, erklärte Verkehrssicherheitsberater Hans-Heinrich Kubsch von der Gifhorner Polizei. Er stand mit seinem Kollegen Winfried Enderle Rede und Antwort, um die Bürger vor Gefahren im Straßenverkehr zu warnen. Dabei ging es vor allem auch um das Bilden einer Rettungsgasse und die Aufmerksamkeit beim Autofahren.

Beides wurde plastisch demonstriert. Eine Reihe Spielzeugautos auf dem Tisch, und die Bürger sollten einmal zeigen, wie eine Rettungsgasse gebildet wird. Das wussten nicht alle, Kubsch hatte dafür die Rechte-Hand-Regel parat. „Flache rechte Hand und abgespreizter Daumen bedeutet, dass die Fahrer auf der linken Fahrspur ganz nach links, die Fahrer auf den übrigen Fahrspuren ganz nach rechts ausweichen sollen, um so Rettungs- und Einsatzfahrzeugen eine Erreichbarkeit der Unglücksstelle zu ermöglichen“, führte Kubsch aus.

Für die Aufmerksamkeitsdefizite etwa durch Ablenkung mit dem Smartphone gab es Videos, die verschiedene Gefahren demonstrierten, aber auch einen eindrucksvollen Test beinhalteten. In zwei Blöcken liefen Texte von oben nach unten. Zu zählen war, wie oft das Wort „Auge“ in beiden vorkommt. Die genaue Zahl erreichte kaum jemand, so mancher übersah drei oder viermal das Wort. Beweis genug, dass man, entgegen mancher Annahme, doch nicht zwei Sachen auf einmal erfassen und erledigen kann.

Und schon bei einer Geschwindigkeit von 90 km/h hat man nach fünf Sekunden die Länge eines Fußballspielfeldes passiert, wurde erklärt. „Dann kann es eben auch zu Baumunfällen kommen, wie das nebenstehende Schrottauto zeigt“, sagte Kubsch.

Fragen von den Passanten gab es vor allem auch zum Thema Fahrrad. Das Dauerthema Fahrradfahren in der Fußgängerzone, Tuning von E-Bikes oder die Vorfahrtsregeln an Kreiseln interessierten besonders die älteren Besucher.

Von Burkhard Ohse

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