Wolfsburger Wohnungsbauinitiative steht im Nordkreis unter Beobachtung

Der Kampf um die Pendler

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Isenhagener Land. Mit einer Wohnungsbauoffensive will die Stadt Wolfsburg 6000 neue Wohneinheiten schaffen – und Pendlern aus dem Umland ein neues Zuhause bieten.

Kann das den Kommunen im Nordkreis schmecken, die selbst um jeden Einwohner ringen, um ihre Infrastruktur zu halten?.

Wesendorfs Samtgemeindebürgermeister Walter Penshorn sieht der Wolfsburger Initiative gelassen entgegen: „Dieses Ansinnen der Städte ist nicht neu, denn auch in Braunschweig gibt es immer wieder solche Initiativen.“ Um einen Wegzug der Pendler zu verhindern, müsse man den Bürgern die Vorzüge der Gemeinden näherbringen.

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Dieser Meinung schließt sich auch sein Hankensbütteler Amtskollege Andreas Taebel an: „Wir müssen eine entsprechende Grundversorgung wie Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten vorhalten.“ Taebel ist auch überzeugt, dass sich der Zeitaufwand für den Weg zur Arbeit und zurück noch in Grenzen hält. „Wir hoffen außerdem, dass die Menschen in unserer Gemeinde so verwurzelt sind, dass sie einen Umzug gar nicht erst in Erwägung ziehen.“ Für Bauwillige gebe es genügend Möglichkeiten, einen Bauplatz zu finden. „Die Kosten dafür sind um einiges geringer als in der Stadt“, sagt Taebel, der auch auf den Bau der A 39 setzt. Dann würden sich die Fahrtzeiten zur Arbeit um einiges Verkürzen.

In die gleiche Kerbe schlägt Wittingens Stadtbürgermeister Karl Ridder: Wittingen sei als Wohnort auch für VW-Mitarbeiter interessant – und werde mit der A 39 noch interessanter. Das Bauland in Wittingen könne „viel günstiger nicht werden“. Es bleibe abzuwarten, ob die Resonanz auf die Wolfsburger Pläne groß sein wird.

Der Bromer Samtgemeindebürgermeister Jürgen Bammel wundert sich über die Wolfsburger Initiative: „Viele Wolfsburger sind schon in unsere Samtgemeinde gezogen.“ Rund 2500 Pendler würden das grüne Umfeld und die Infrastruktur schätzen. Bammel ist sich sicher, das auch weiterhin viele Menschen in die Samtgemeinde ziehen werden.

Aufmerksam und zugleich gelassen beobachtet auch der Landkreis Gifhorn die Bautätigkeit in Wolfsburg. Kreisrätin Evelin Wißmann sagte gestern auf IK-Anfrage: „Die Gemeinden des Landkreises stellen sich dem Problem der Wolfsburger Wohnungsknappheit schon seit Jahren. Es werden vermehrt Baugebiete ausgewiesen und gute Infrastrukturen geschaffen.“ Auch seitens des Landkreises werde in eine gute Infrastruktur investiert. Bisher sei ein „Run auf WOB“ nicht zu verzeichnen. „Landkreis und Gemeinden werden alles dafür unternehmen, dass es auch so bleibt“, meint Wißmann.

Von Meike Karolat und Holger Boden

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