Finanzminister spricht vor rund 150 Bürgern

Wolfgang Schäuble zu Gast bei der Gifhorner CDU

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble umringt von lokaler CDU-Prominenz: Maria Schrader (Ratsfrau Gifhorn), Kreisvorsitzender Andreas Kuers, Landratskandidat Dr. Andreas Ebel, Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann und Helmut Kuhlmann, Vorsitzender der Kreistagsfraktion (v. l.).
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble umringt von lokaler CDU-Prominenz: Maria Schrader (Ratsfrau Gifhorn), Kreisvorsitzender Andreas Kuers, Landratskandidat Dr. Andreas Ebel, Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann und Helmut Kuhlmann, Vorsitzender der Kreistagsfraktion (v. l.).

Gifhorn. Dröhnende Wahlkamp-Rhetorik war Wolfgang Schäubles Sache am Mittwoch nicht. Was nicht hieß, dass er den politischen Gegner schonte. Auch griff er gelegentlich zu Plattitüden. Vielmehr präsentierte sich der Bundesfinanzminister als fordernder CDU-Wahlkampf-Redner.

Gefordert war ein ordentliches Maß an Aufmerksamkeit. Bei dem Badenser kann sich der Zuhörer schnell verheddern. Schäuble liebt Gedankensprünge, Schachtelsätze und das Einstreuen von Anekdoten. Gleichwohl verliert er dabei das Ziel nie aus den Augen.

Rund 150 Menschen verließen am Mittwochnachmittag mit der Botschaft die Scheune des Deutschen Hauses in Gifhorn, dass eine wirtschaftlich gute Zukunft dieses Landes ohne ein geeintes und starkes Europa kaum mehr denkbar ist.

„Im Gegensatz zu anderen, geht es uns relativ gut. Viele möchten mit uns tauschen“, beschrieb Schäuble die aktuelle Lage der Europäischen Union. Diesen Zustand gäbe es nicht, ohne die europäische Einigung. Was Deutschland bei einem Euro-Ausstieg und der Rückkehr zur D-Mark blühen würde, könne er in seiner süddeutschen Heimat beobachten. „Der Schweizer Franken ist in der Euro-Krise durch die Decke gegangen. Die Schweizer kommen zum billigen Einkaufen nach Deutschland.“ Verließe Deutschland die Eurozone, ginge auch die dann neue Mark durch die Decke.

Apropos Nebensätze und Gedankensprünge: Als der Spitzenpolitiker die Probleme des Nachbarkontinents Afrika kurz streifte, platzierte er die Ukraine gleich mit: „Das ist die erste dieser Sachen, die uns noch viele Sorgen bereiten wird.“ Der Minister lieferte ein echtes Bekenntnis zu Europa. Das schaffte er auch damit, indem er eine so zugekleisterte „Antwort“ auf eine Frage zur eurokritischen Partei AfD lieferte, dass die gestellte Frage trotz Nichtbeantwortung irgendwie erledigt war.

Von Jens Schopp

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