Nachweis im Nordkreis – aber hat das Tier hier auch sein Revier?

Der Wolf in der Fotofalle

Diese Aufnahme von einem Wolf gelang per Fotofalle am 17. Juli im Nordkreis.
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Diese Aufnahme von einem Wolf gelang per Fotofalle am 17. Juli im Nordkreis.
  • Holger Boden
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Isenhagener Land. Überraschend kam es nicht mehr, nachdem schon seit längerem die Anwesenheit eines Wolfes auf dem Unterlüßer Rheinmetall-Gelände nachgewiesen ist – doch jetzt ist per Fotofalle der Nachweis erbracht: Auch der Gifhorner Nordkreis ist Wolfs-Gebiet.

Das Foto gelang laut Britta Habbe, Wolfs-Expertin der Landesjägerschaft, am 17. Juli. Wo genau, das soll zum Schutz des Tieres nicht verraten werden. Eine räumliche Nähe zu dem Vorkommen im Nachbarkreis ist vielleicht nicht auszuschließen, muss aber auch nicht sein: Wölfe legen pro Nacht bis zu 70 Kilometer zurück. Das Aufenthaltsgebiet eines ansässig gewordenen Wolfes betrage 200 bis 300 Quadratkilometer.

Noch ist laut Habbe auch völlig unklar, ob das Tier auf dem Foto in Verbindung mit dem Rheinmetall-Wolf steht, oder vielleicht auch mit einem Munsteraner Rudel – oder ob es sich um ein wanderndes Exemplar gehandelt hat. Habbe: „Wir wollen rauskriegen: Hält er sich hier länger auf, sucht er ein Revier, oder zieht er weiter.“

Dafür werden weitere Sichtungen nötig sein, was nicht ganz leicht ist, wie Jochen Remitz, Wolfsbeauftragter der Jägerschaft im Landkreis, weiß: „Mancher hat sich schon verguckt, und am Ende war es ein Hund.“ Allerdings seien nun freilich häufigere echte Sichtungen denkbar.

Angst haben vor dem neuen, scheuen Nachbarn in den Wäldern muss niemand, auch kein Pilzsucher. Habbe beschreibt eine eventuelle Begegnung von Mensch und Wolf so: „Der eine geht in die eine Richtung, der andere in die andere.“

Von Holger Boden

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