Ausstellung der Gifhorner Polizei über Einbruchschutz im Rathaus eröffnet / Täter ohne Skrupel – auch am helllichten Tag

Wohnungseinbrüche nehmen zu

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Bürgermeister Matthias Nerlich (r.) hebelt unter den Augen von Gifhorns Polizeichef Michael Feistel ein Wohnungsfenster auf.

Gifhorn. Zur Eröffnung der Ausstellung „Einbruchschutz“ lud jetzt die Polizeiinspektion Gifhorn in Person von Polizeichef Michael Feistel, dessen Stellvertreter Oliver Suckow, Kripochef Jürgen Schmidt und dem Experten für Wohnungseinbrüche, Heinz-Hermann Salge, in den Saal des Rathauses ein.

Sie schilderten die Problematik der zunehmenden Wohnungseinbrüche.

Bürgermeister und Hausherr Matthias Nerlich begrüßte die Gäste aus dem gesamten Landkreis – unter ihnen Wittingens Stadtbürgermeister Karl Ridder und die beiden Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel und René Weber aus Hankensbüttel beziehungsweise Wesendorf.

Mit den Worten „Sicherheit ist Aufgabe des Staates“ bedankte sich Nerlich bei der Polizei für die gemeinsame Aktion, um mit dem Bürger ins Gespräch zu kommen. Die Aufklärung von Wohnungseinbrüchen sei auch ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Gifhorner Polizeiinspektion und man könne froh sein, dass dort eine gute Arbeit geleistet werde, so Nerlich.

Feistel sprach vom Thema Nr. 1, wenn es um Einbruchdiebstähle geht. Die Täter – Reisende aus Südost- und Osteuropa – führten ihre Streifzüge nicht nur nachts und in der Dämmerung durch, sondern hätten auch keine Skrupel vor Wohnungseinbrüchen am Tag. Deshalb solle jeder für sich selbst seinen eigenen, gesunden Weg zum Schutz seiner Wohnung oder des Hauses finden.

Bei der Auftaktveranstaltung zur Ausstellung sprach Kripochef Schmidt, als eine seiner letzten Tätigkeiten für die Polizeiinspektion vor seinem Ruhestand, über die aktuelle Entwicklung der Einbruchskriminalität. Demnach nehmen Wohnungseinbrüche nach wie vor zu. Allerdings geb es in Gifhorn eine hohe Aufklärungsquote. Doch was bewirken diese Einbrüche überhaupt? Schmidt: „Wohnungseinbruchdiebstähle beeinflussen das objektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung ungemein. Für die Geschädigten ist das ein schlimmes Erlebnis, viele von ihnen sind nach solch einer Tat traumatisiert.“ Bis zu 20 Prozent wollten auch nicht mehr in ihren Wohnungen und Häusern bleiben, 10 bis 15 Prozent wechselten auch. Von daher gehe es nicht einmal so sehr um die materiellen Schäden, sondern eher um das Immaterielle und was in den Menschen angerichtet werde. „Von daher versuchen wir, das weitgehend zu verhindern, und die Täter auch dingfest zu machen. Denn das nimmt einigen die Unsicherheit, wenn sie wissen, dass die Leute, die bei ihnen eingebrochen sind, gefangen wurden“, so Schmidt.

Bekämpfungsansätze stellte Suckow vor. Salge erläuterte in Zusammenarbeit mit Liane Jäger die verschiedenen Präventionsmöglichkeiten unter dem Motto „Ihr Sicherheitspaket der Polizei“. Anhand einer Broschüre können ein Basis- oder ein Premium-Sicherheitspaket erstellt werden. Daraus geht auch hervor, dass sogar staatliche Förderung von Einbruchschutz durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfM) beantragt werden kann.

In der Ausstellung werden die Sicherheitslücken bei Wohnungsfenstern erklärt. Bürgermeister Nerlich durfte auch einmal die Rolle des Einbrechers übernehmen – allerdings unter den wachsamen Augen von Michael Feistel. Nerlich war erstaunt, wie schnell man ein Fenster mit dem Schraubendreher aufhebeln kann.

Von Siegfried Glasow

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