Landesjägerschaft Niedersachsen weist zwei weitere Tiere bei Eschede nach

Wölfe tappen in die Fotofalle in Eschede

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Auf dem Truppenübungsplatz in Bergen wurde bereits 2012 der Nachweis zur Existenz des Wolfes erbracht. Bei Eschede im Kreis Celle konnten nun weitere Tiere nachgewiesen werden.

ola Eschede. Seit Montagmorgen 6. 30 Uhr ist es amtlich: Bei Eschede im Kreis Celle gibt es zwei Wölfe. Die beiden sind dem Wolfsberater Helge John in die Fotofalle getappt.

„Somit kann ein Wolfspaar im Landkreis Celle nachgewiesen werden“, freut sich Wolfsbeauftragte Britta Habbe von der Landessjägerschaft Niedersachsen.

Die ehemals heimische Tierart Wolf kehrt nach Deutschland zurück. Junge, einzelne Tiere wandern aus anderen Ländern wie Polen und Italien wieder ein und streifen auch in Niedersachsen umher. Junge Wölfe verlassen ihre Eltern und deren Territorium spätestens mit dem Erreichen der Geschlechtsreife mit zwei Jahren. Sie begeben sich dann auf die Suche nach einem eigenen Territorium und einem Paarungspartner. Auf der Wanderschaft können pro Tag Strecken bis zu 70 Kilometer zurückgelegt werden.

Ein eigenes Territorium zeichnet sich durch genügend Beutetiere sowie einen Rückzugsbereich aus, in dem die Welpen großgezogen werden können. Der Wolf benötigt keine pure Wildnis, er geht dem Menschen aus dem Weg. Bereiche, die tagsüber von Menschen genutzt werden, können nachts durchaus von Wölfen belaufen werden.

Hat ein Jungwolf ein geeignetes Gebiet sowie einen Paarungspartner gefunden, gründet er eine Familie, das Wolfsrudel. Diese grundlegende soziale Einheit besteht aus einem fortpflanzungsfähigen Paar, dem Rüden und der Fähe, sowie deren Nachwuchs von ein bis zwei Generationen. In dieser Gruppe besteht keine strenge Rangordnung, wie es von Beobachtungen bei Gehegetieren bekannt ist.

In der hiesigen Region ist seit Juli 2012 auf dem Truppenübungsplätzen Munster eine Wolfsfamilie ansässig. Nachdem im Jahr 2012 drei Welpen nachgewiesen werden konnten, sind es in 2013 sieben Welpen. Ein weiteres Wolfsrudel, mit mindestens vier Welpen, wurde 2013 auf dem Truppenübungsplatz Bergen nachgewiesen. Im August 2013 konnte ein Wolf im Landkreis Gifhorn nachgewiesen werden. Im November 2013 erfolgte wieder ein Nachweis eines Wolfes im Kreis Gifhorn. Im September 2013 gelang der Nachweis eines Wolfes auf den Flächen des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP). Eine Probe aus Oktober 2013 erbrachte den genetischen Nachweis eines Wolfes im Landkreis Uelzen.

Mit der Rückkehr der Wölfe sind aber auch Konflikte vorprogrammiert. Nicht alle gerissenen Nutztiere gehen auf das Konto des Wolfes. Eine Übersicht über Nutztierrisse in Niedersachsen bietet das Wildtiermanagement der Landesjägerschaft. Untersuchungen haben ergeben, dass der Wolf für ein gerissenes Schaft bei Ehra-Lessien (20. Dezember 2012) und ein totes Rind bei Räderloh (1. November 2013) nicht verantwortlich ist.

Von Carola Hussak

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