Dringend Unterkünfte gesucht / Kreis muss weitere 333 Flüchtlinge aufnehmen

„Will keine Turnhallen öffnen“

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Bis zum Frühjahr kommen weitere 333 Asylbewerber.

Landkreis Gifhorn. „Noch haben wir keine Probleme mit der Aufnahme von Asylbewerbern – aber wir werden welche bekommen“, ist Landrätin Marion überzeugt.

Der Bundestag hat Anfang Juli den Gesetzesentwurf der Bundesregierung angenommen, wonach Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als sichere Drittstaaten eingestuft werden sollen.

Zwar steht die Entscheidung des Bundesrates noch aus, aber Lau geht davon aus, dass der Flüchtlingszustrom nicht abnehmen wird. Derzeit leben 520 Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz im Kreis, davon befinden sich 232 im laufenden Verfahren, bei 248 wurde das Verfahren abgelehnt. Nun muss der Kreis für das Jahr 2014/2015 noch 333 Personen aufnehmen. Wie Michael Funke, Ordnungsamtsleiter bei der Kreisverwaltung, erläutert, seien davon 63 Personen aufgenommen – 270 stehen aus. Schlussendlich handelt es sich um 790 Asylbewerber.

Im Kreis Gifhorn gibt es kaum Flüchtlinge aus Krisengebieten. Das liege nach Auskunft von Funke an der Verteilung durch die Bundesaufnahmestelle. 26 Personen kommen aus Syrien. „Die neue Aufnahmequote hat ab Juli 2014 eine Laufzeit von neun Monaten. Aufgrund der angespannten Situation kann es aber jederzeit zu einer neuen Berechnung kommen“, mutmaßt Funke.

Lau will sich nun mit den Hauptverwaltungsbeamten treffen und klären, wo noch Wohnraum zur Verfügung steht. „Ich hoffe weiter auf die Unterstützung der Kommunen. Ich sehe jetzt auch die in der Pflicht, die bislang kaum Wohnraum zur Verfügung gestellt haben. Da sind andere Gemeinden in die Bresche gesprungen.“ Lau: „Ich hoffe, dass ich keine Turnhallen öffnen muss.“

Da die Asylbewerber nicht mobil sind, ist wichtig, dass der Wohnraum ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist. Privatpersonen, die Wohnraum zur Verfügung stellen, sollen sich an die zuständige Samtgemeindeverwaltung wenden.

Das Isenhagener Kreisblatt sprach mit syrischen Flüchtlingen über ihre Flucht und wie es in Deutschland weiter gehen soll. Den Artikel dazu gibt's am Freitag im E-Paper und in der Printausgabe des Isenhagener Kreisblattes.

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