Art bereichert Tierwelt im Kreis Gifhorn / Sichtung laut Expertin „Glückstreffer“

Wildkatzen erobern Norden

Gefährlich sind die Mäusefresser Wildkatzen für den Menschen nicht, allerdings lassen sie sich nicht wie Hauskatzen zähmen. Unter anderem bei Wahrenholz im Landkreis Gifhorn wurde inzwischen die Verbreitung der Tiere nachgewiesen. Foto: dpa
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Gefährlich sind die Mäusefresser Wildkatzen für den Menschen nicht, allerdings lassen sie sich nicht wie Hauskatzen zähmen. Unter anderem bei Wahrenholz im Landkreis Gifhorn wurde inzwischen die Verbreitung der Tiere nachgewiesen.
  • VonSteffen Kahl
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Hannover/Gifhorn. Mehr Wildtiere in den Kreisen Gifhorn und Uelzen: Die streng geschützten Wildkatzen haben sich in Niedersachsen unter anderem vom Harz aus weiter ausgebreitet und nun auch die Lüneburger Heide erreicht.

Das hätten genetische Untersuchungen gezeigt, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Hannover mit. „Das nördlichste Vorkommen fanden wir an der Lopau beim Truppenübungsplatz Munster (Heidekreis/Landkreis Uelzen, d. Red. ). Dies ist gleichzeitig der nördlichste Nachweis der Art in ganz Deutschland“, sagte BUND-Katzenexpertin Andrea Krug.

Um sicherzustellen, dass es sich wirklich um eine Wildkatze handelt, wird das Fell-Haar analysiert.

Im vergangenen Winter seien erstmals großflächig Vorkommen im östlichen Niedersachsen erfasst worden, sagte Krug. Die scheuen Katzen wurden dabei überwiegend in den Waldgebieten östlich der Weser bei Nienburg, nördlich des Steinhuder Meeres und im Zentrum des Landkreises Gifhorn angetroffen. Die Wälder Espenleu und Betzhorner Leu nördlich von Wahrenholz im Nordkreis Gifhorn sowie drei weitere Stellen westlich und östlich der Kreisstadt seien von Wildkatzen bevölkert. Den Nachweis erbrachten Katzenhaare an Lockstöcken mit Baldrian.

„Etwa seit 2010 sind die Tiere auf dem Vormarsch, nicht nur in Niedersachsen“, berichtete Krug. Viele potenzielle Lebensräume seien aber noch nicht besiedelt, hieß es weiter.

Dass weitere Nachweise im Heidekreis oder im Landkreis Uelzen fehlen, könne an den fehlenden Verbindungen zwischen den Vorkommen liegen. „Der BUND fordert daher, dass in Niedersachsen mehr Wildkatzenkorridore geschaffen werden“, sagte Krug. Von diesen profitierten dann auch andere Tiere wie Rothirsch und Laubfrosch.

Die größere Bio-Diversität, also der größere Artenreichtum, sei „ziemlich gut“, so die Expertin. Und anders als beim Wolf gehe von der Wildkatze keine Gefahr aus. Sie sei scheu und fresse nur Mäuse. Die Begegnung mit einer Wildkatze sei „ein Glückstreffer“, so Krug.

Von Steffen Kahl

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