Gifhorn: Landkreisverwaltung verschickt 54.939 Abfallgebührenbescheide

Wieviel kostet nun der Müll?

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Die Abteilung Abfallwirtschaft von Jürgen Brunke versendet ab heute über 50.000 Abfallgebührenbescheide.

Gifhorn. Ab heute versendet der Landkreis 54.939 Abfallgebührenbescheide. Bisher wurde das immer von den Gebietseinheiten erledigt.

Daher sind auf den Grundsteuerbescheiden keine Gebühren für die Abfallentsorgung mehr ausgewiesen, wie Jürgen Brunke, Abteilungsleiter der Abfallwirtschaft beim Landkreis, gestern erläuterte.

Bereits zum Stichtag 6. März hat der Landkreis für die rund 50.000 Eigentümer, Hausverwaltungen oder Firmen 54.939 Abfallgebührenbescheide mit insgesamt 165.228 Seiten erstellt. Der Versand erfolgt zusammengefasst nach Adressat in 49.413 Postsendungen. In dem Gebührenbescheid sind die vier Teilbeträge enthalten, die am 15. April, 15. Juni, 15. Oktober 2018 und am 28 Februar 2019 für das jeweils zurückliegende Quartal fällig werden. Die Zusatzleerungen werden bei dem letzten Termin zugerechnet, erklärt Brunke.

Schwierig sei es gewesen, die neuen Abfallbescheide verständlich und zugleich rechtssicher anzufertigen. Die Landkreisverwaltung rechnet daher mit Fragen der Bürger. Dafür steht ab Montag Brunkes Abteilung zur Verfügung.

Der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter und Brunke bitten allerdings um Verständnis, wenn dann die Telefonleitungen belegt sind. „Wir können diese Aufgabe diesmal nicht an ein Call-Center vergeben, weil der Bürger qualifizierte und keine allgemeinen Antworten haben will“, sagt Brunke. Anfragen können auch per E-Mail an kundenservice.abfall@gifhorn.de gestellt werden.

Mit dem neuen Abfallsystem wird auch den „schwarzen Schafen“ ein Riegel vorgeschoben. „Früher war es möglich, eine Tonne als gestohlen zu melden, sie aber dennoch weiterhin entleeren zu lassen. Das ist mit dem Chip nicht mehr möglich, weil diese Tonne nun gesperrt wird“, erklärt Brunke. Eine aktuelle Liste der gesperrten Tonnen wird jeden Morgen in den Entsorgungsfahrzeugen eingelesen, die solche Tonnen dann automatisch nicht entleeren. Stattdessen wird dann ein Aufkleber auf der Tonne angebracht mit dem Hinweis, sich an die Kreisverwaltung zu wenden.

Die bisweilen bei der Biotonne beliebte Gewohnheit, sie nach der Entleerung gleich um die Ecke noch einmal wiederbefüllt rauszustellen ist zwar weiterhin möglich, wird dann aber auch doppelt berechnet. „Die Fahrzeuge sind mit GPS ausgerüstet, so dass wir auch den Entleerungsort auf wenige Meter genau nachweisen können“, sagt Brunke, der auch mit dem neuen Chipsystem bereits einige Fälle von „kreativer Nutzung“ der Tonnen feststellen musste.

Auch die Stabilität der kleinen Tonnen wurde verbessert. Statt der bisherigen 40-Liter-Tonnen gibt es nun nur noch größere Behälter, die dann weniger geleert werden. „Sollte der Gesetzgeber aufgrund des immer weiter verbesserten Wertstoffsystems weniger Müll pro Person und Woche veranschlagen, können wir darauf reagieren, indem wir die Leerungszeiten weiter ausdünnen“, erklärt Brunke.

Von Burkhard Ohse

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