Niedersachsen begrüßt 7988 neue Staatsbürger / Im Landkreis Gifhorn seit drei Jahren Tendenz steigend

Wieder mehr Menschen eingebürgert

  • VonMatthias Jansen
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Landkreis Gifhorn. Sie leben bereits viele Jahre in Deutschland und haben nun auch die deutsche Staatsangehörigkeit. Von den 7988 Personen, die im Jahr 2015 in Niedersachsen eingebürgert wurden, lebten 4981 bereits mindestens acht Jahre in der Bundesrepublik.

Das geht aus Unterlagen des Landesamtes für Statistik in Niedersachsen hervor. Insgesamt stieg die Anzahl der Eingebürgerten um 266 Personen (3,4 Prozent).

Im Landkreis Gifhorn erhöhte sich die Anzahl der eingebürgerten Personen um 26 auf 141. Dabei, so Landrat Andreas Ebel, kam die Mehrheit der neuen deutschen Staatsbürger aus den EU-Staaten, den Balkanländern, den Nationen der ehemaligen Sowjetunion, Türkei, Syrien, Libanon, Südamerika und Afrika.

Niedersachsenweit war 1 Prozent der Eingebürgerten staatenlos, oder aber die Staatsangehörigkeit der 112 Personen konnte nicht eindeutig geklärt werden. Menschen ohne Staatsangehörigkeit ist die Einbürgerung nach Deutschland aber nicht erschwert, berichtet Ebel. „Es gibt sogar ein Gesetz zur Verminderung der Staatenlosigkeit mit nur wenigen Einbürgerungsvoraussetzungen“, so Gifhorns Landrat.

Wenn ein Mensch seit der Geburt staatenlos ist – das kann durch Vertreibung oder Ausbürgerung, durch Auflösung oder Neugründung des Staates geschehen –, auf deutschem Boden geboren wurde (dazu zählen auch deutsche Schiffe oder Flugzeuge), fünf Jahre in Deutschland lebt oder noch nicht 21 Jahre alt ist, kann die deutsche Staatsangehörigkeit vergeben werden.

Die genauen Voraussetzungen für eine Einbürgerung ergeben sich aus dem Staatsangehörigkeitsgesetz (s. Info-Kasten). Die Einbürgerung kostet 255 Euro pro Person. Nur wenn minderjährige Kinder sich zusammen mit den Eltern einbürgern lassen, sind 51 Euro für jedes Kind zu bezahlen. Die Gebühr kann aber reduziert oder per Ratenzahlung beglichen werden.

Sollte eine Anforderung nicht erfüllt werden, gibt es keinen Anspruch auf eine Einbürgerung. Möglich ist aber eine Ermessenseinbürgerung. Die Behörde kann zustimmen, wenn ein öffentliches Interesse an der Einbürgerung besteht oder einige Mindestanforderungen erfüllt sind.

Im Landkreis Gifhorn wurden die Anforderungen seit drei Jahren in steigendem Maß erfüllt. Seit 2013 (112 Menschen) nahm die Anzahl der neu eingebürgerten Personen ständig zu.

Von Matthias Jansen

Rubriklistenbild: © dpa

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