Betrug statt Online-Freundschaft: Gifhorner Polizei warnt vor sogenanntem Love-Scamming

Wenn die Liebe zur Abzocke wird

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Beim sogenannten Love-Scamming bauen Täter per Telefon und Internet eine emotionale Bindung zum Opfer auf, die sie nutzen, um an dessen Geld zu gelangen.

Gifhorn/Lüneburg. Erst fängt alles ganz harmlos an: eine Mail, ein Chat. Man lernt sich besser kennen, telefoniert, findet sich sympathisch. Mit der Zeit werden die Telefonate länger und häufiger, bis sie schließlich fester Bestandteil des Alltags werden.

Dann aber kommt die Krise: Ein Unfall oder eine dringende Geschäftsreise ins Ausland, der oder die Liebste braucht dringend Geld oder Papiere – und schon ist man auf einen „Love Scam“, einen Liebes-Betrug, hereingefallen.

So wurde erst vergangene Woche in Lüneburg ein aus Nigeria stammender 34-Jähriger vorläufig festgenommen, da der dringende Verdacht besteht, dass er von einer 59-jährigen Lüneburgerin mehrere tausend Euro erlangt hat – per Love Scam. Anfang März hatte die Lüneburgerin Anzeige erstattet, da sie auf einen Trickbetrüger hereingefallen war, den sie im Internet kennengelernt hatte. Der Betrüger hatte unter Vorspiegelung falscher Tatsachen mehrere Geldbeträge erhalten, die teilweise persönlich abgeholt wurden. Als eine weitere Geldübergabe erfolgen sollte, wartete bereits die Polizei auf den „Geldboten“ und nahm ihn vorläufig fest.

„Ähnliche Fälle hat es auch bei uns schon gegeben“, bestätigt Lothar Michels, Sprecher der Polizei Gifhorn. „Und leider wird es sie vermutlich auch immer geben, denn irgendeiner fällt immer drauf rein.“ Aktuelle Fälle lägen allerdings nicht vor.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor der Betrugsmasche, die auch als Romance-Scamming bekannt ist, und gibt folgende Hinweise: Die Betrüger, sogenannte Scammer, suchen auf Online-Partnerbörsen oder in sozialen Netzwerken wie Myspace oder Facebook nach Opfern, sie gehen Mitgliederlisten durch oder verwenden Adressen aus Yahoo oder dem MSN-Messenger. Eine kurze Online-Einladung zum Chat dient vielen als Erstkontakt. Um sich beim potenziellen Opfer interessant zu machen, legen sich die Scammer ungewöhnliche Lebensgeschichten zu – und sie hinterlassen immer einen seriösen Eindruck.

Von Dennis Klüting

Welche Tricks die Betrüger verwenden und wie man sie erkennt, lesen Sie ausführlich in der Montagsausgabe der AZ.

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