Polizei stellt Unfallstatistik vor: Zahl der Wildunfälle signifikant hoch / Mehr Schwerverletzte

Weniger Verkehrstote im Landkreis

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Stellten die Unfallstatistik vor: Oliver Suckow (von links), Andreas Alischer und Michael Feistel.

Landkreis Gifhorn. 2016 starben neun Menschen im Straßenverkehr im Landkreis Gifhorn, vier weniger als 2015 – das ist eine der zentralen Aussagen des Verkehrsunfallberichts, den der Gifhorner Inspektionsleiter Michael Feistel und seine Mitarbeiter gestern vorstellten.

Doch nicht alle Werte sind besser als im Jahr zuvor.

„Negativ muss vermerkt werden, dass es eine deutliche Zunahme bei den schwerverletzten Personen – von 106 auf 127 – und eine Zunahme von Wildunfällen gab“, führte Andreas Alischer vom Fachbereich Einsatz aus. Besonders bei den Wildunfällen suche man daher nach Lösungen, denn bei den 4547 Unfällen in 2016 (Vorjahr 4425), davon 306 Parkplatzunfälle, schlägt Wild auf der Fahrbahn bei 1359 Unfällen zu Buche – ein Zehnjahreshöchststand. Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren sind die zweithäufigste Unfallursache vor ungenügendem Sicherheitsabstand oder „anderen“ Fehlern (zu denen auch die schwer ermittelbaren Ablenkungen durch elektronische Medien zählen) sowie nicht angepasster Geschwindigkeit.

Bei den 110 Unfällen mit Toten und Schwerverletzten stehen die „anderen“ Fehler bei 22 Unfällen an erster Stelle vor nicht angepasster Geschwindigkeit (21). Positiv: Demnächst gibt es im Kreis zwei Unfallschwerpunkte weniger. Südlich von Ehra-Lessien auf der B 248 und bei Meinersen (B 188) wurde nach Maßnahmen ein Rückgang der Unfälle beobachtet. Im Nordkreis bleiben die Unfallschwerpunkte an der B 4 bei der Ummerschen Kreuzung, bei Dedelstorf und südlich von Sprakensehl.

Die drei Bundesstraßen sind auch der Grund, warum es im Kreis häufiger kracht. „Wir haben viel Durchgangsverkehr“, sagte Oliver Suckow, Leiter Einsatz. Die Mehrzahl der Unfälle geschehe außerorts (2223, bei 2008 innerorts). Kein Fußgänger oder Fahrradfahrer wurde bei einem Unfall getötet. Stark zurück – von 51 auf 40 – ging die Zahl der Motorradunfälle mit Folgen.

Hinsichtlich der Altersstruktur der Beteiligten gebe es keine signifikanten Zahlen, so Alischer. Sinkende Zahlen gab es bei Baumunfällen (70 gegenüber 85), mit drei Toten (konstant), und weniger Unfälle unter Alkoholeinfluss (75 auf 70). Sorgen bereitet der Polizei die Zunahme der Unfälle unter Drogen- und Medikamenteneinfluss (7 statt 2). 172 Personen wurden mit Alkohol am Steuer erwischt, 45-mal wurden Fahrten unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss festgestellt.

Die Verkehrsunfallfluchten, erreichten mit 762 ihren Zehnjahreshöchststand.

Von Burkhard Ohse

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