Landkreis zahlt für 12 307 Menschen Sozialhilfe / Zahlen unter Durchschnitt

Weniger Transferleistungen

Auch die Zahl der Menschen, die Arbeitslosengeld II im Landkreis Gifhorn beziehen, ist leicht rückläufig. Insgesamt sind es 7901 Personen. Foto: picture-alliance

Landkreis Gifhorn. Nachdem in der vergangenen Woche neue Zahlen des statistischen Bundesamtes zur Sozialhilfe veröffentlicht wurden, die einen weiteren Anstieg der Ausgaben auf ein Rekordniveau ausweisen, hat die Gifhorner Landkreisverwaltung eine aktuelle Auswertung zur Anzahl und dem Anteil der Empfänger von Leistungen der sogenannten Mindestsicherung vorgenommen.

Vorgestellt wurde die Bilanz im Rahmen einer Pressekonferenz von der 1. Kreisrätin Ingrid Alsleben.

Zum 30. Juni dieses Jahres stellte sich die Anzahl der Leistungsberechtigten, die Leistungen des Arbeitslosengeldes II, des Sozialgeldes, der Hilfe zum Lebensunterhalt, der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen, wie folgt dar: Insgesamt 10 955 Personen erhielten die Grundsicherung für Arbeitssuchende. Davon entfallen 7901 Personen auf das Arbeitslosengeld II und 3054 Menschen erhielten Sozialgeld, dahinter verbergen sich nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte.

Sozialhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII bekamen 1056 Personen im Landkreis. Davon erhielten 136 Menschen die so genannte Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen und 920 die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, wie es im Gesetzestext heißt. Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz wurden an 296 Personen gezahlt. Insgesamt werden staatliche Leistungen der Mindestsicherung im Landkreis Gifhorn an 12 307 Menschen ausgezahlt.

Bei einer Einwohnerzahl im Landkreis Gifhorn zum 31. März 2011 (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) von 172 506 ergibt sich ein Anteil von 71,3 Empfängern von Mindestsicherungsleistungen je 1000 Einwohner, rechnete die 1. Kreisrätin vor. Zum 30. Juni 2010 lag die Zahl bei 76,2.

Im zeitlichen Vergleich könne festgestellt werden, dass die Quote gesunken sei. Zum Vorjahreszeitpunkt waren es bei einer Quote von 76,2 Leistungsempfängern pro 1000 Einwohnern noch 13 204 Personen, die die staatliche Mindestsicherungsleistungen erhielten. „Abgenommen haben demnach sowohl die Anzahl der Leistungsberechtigten nach dem SGB II (ALG II und Sozialgeld) als auch die Anzahl der Leistungsberechtigten nach dem SGB XII (HLU und GSI), wohingegen bei den Leistungsberechtigten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ein leichter Zuwachs zu verzeichnen ist“, heißt es in einer Presseerklärung der Kreisverwaltung.

Im regionalen Vergleich zum Land und zu benachbarten Kreisen weist der Landkreis Gifhorn eine geringere Mindestsicherungsquote auf. Im Landkreis Uelzen beispielsweise liegt die Quote bei 91 und im Landkreis Celle bei 111 pro tausend Einwohner.

Von Walter Manicke

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