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Weniger Radler verunglückt

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Stellte seine letzte Unfallstatistik vor: Reinhard Preuß.
Stellte seine letzte Unfallstatistik vor: Reinhard Preuß. © Ohse

Landkreis Gifhorn. Gemischt sieht die Gifhorner Polizei die Entwicklung bei der Unfallstatistik des vergangenen Jahres. „Die Trends, die uns 2013 hoffnungsvoll stimmten, haben sich so nicht fortgesetzt.

2014 verlief anders, und der Anfang 2015 wieder anders“, erklärte Michael Feistel, Leiter der Polizeiinspektion Gifhorn gestern bei der Präsentation der Zahlen für den Landkreis.

Von einer Trendumkehr will Reinhard Preuß, Verkehrsexperte der Gifhorner Ordnungshüter, aber nicht sprechen. „Dazu muss man drei Jahre betrachten“, sagte er in dem letzten Bericht, den er in seiner Dienstzeit aufgestellt hat. Allerdings, so betonte Polizeisprecher Thomas Reuter, gibt es im Landkreis keinen Ausreißer. Man liege im Trend des Bezirks, des Landes und des Bundes. Oliver Meyer, Feistels Stellvertreter und Leiter Einsatz, hob hervor, dass man insgesamt „auf einem guten Weg“ sei. Nur lief es im letzten Jahr „nicht ganz so wie gewünscht“.

Die Zahl der Unfälle lag 2014 mit 4260 (2013: 4364) fast auf der Höhe des Vorjahres. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten und Toten – jeweils 10 Verkehrsteilnehmer starben in 2013 und 2014 – stieg um zehn Prozent gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt auf 131.

Erheblich abgenommen haben die Zahl der Wildunfälle (1139, Vorjahr 1242) und vor allem die Zahl der alkoholbedingten Verkehrsunfälle, die 2014 auf dem Tiefststand von 72 (82) lag, berichtete Preuß. Die Zahl der Unfallfluchten blieb mit 725 (720) ebenfalls auf dem Vorjahresniveau, die Aufklärungsquote sank auf 41,4 (44,3) Prozent.

Intensiv gegriffen haben die Polizeikontrollen bei Radfahrern. „Wir hatten so wenig verletzte Radfahrer wie nie“, bilanzierte Preuß. Als Hauptursachen für die Unfälle nannte er unangepasste Geschwindigkeit und zunehmende Ablenkung, unter anderem durch Handys. Auch Wild und Bäume seien immer wieder „ein Thema“.

„Erschreckend“ ist laut Feistel die zunehmende Missachtung der Gurtpflicht. Innerhalb einer Kontrolle wurden etwa 92 Verstöße gegen die Gurtpflicht festgestellt. Der tragische Unfalltod des Fußballprofis Junior Malanda vom VfL Wolfsburg, der ebenfalls nicht angeschnallt war, habe eine größere Überzeugungskraft als alle Erklärungen von polizeilicher Seite.

Die rund 100 weniger Unfälle könne man auf die ebenfalls zurückgegangene Zahl der Wildunfälle schieben, sagte Preuß. Die Wirkung der derzeitigen Maßnahme, blaue Reflektoren anzubringen, werde wissenschaftlich noch untersucht. „Die Jäger müssen diese Reflektoren aus eigener Tasche zahlen. Land und Bund haben außerdem hohe Hürden bei der Genehmigung zur Anbringung, im Gegensatz zum Landkreis“, sagte er.

„Sehr, sehr positiv“ sei der Tiefststand bei den alkoholbedingten Unfällen. Drogenvergehen würden seltener festgestellt, doch sei die Dunkelziffer hier sehr hoch. „Wir können nicht Blut- und Urinproben bei einem Unfall nehmen“, sagte Preuß.

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