Nur noch ein Abgeordneter aus Wahlkreis Gifhorn-Peine im Bundestag

Wenig Gewicht in Berlin

Hubertus Heil
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Hubertus Heil
  • VonSteffen Kahl
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Isenhagener Land. Mit Hubertus Heil (SPD) vertritt künftig nur noch ein Politiker aus dem Wahlkreis Gifhorn-Peine, zu dem der Landkreis Gifhorn weitgehend gehört, die Interessen des Isenhagener Landes im Deutschen Bundestag.

Heil errang bei der Bundestagswahl am Sonntag die meisten Erststimmen und somit ein Direktmandat für den Bundestag.

Wie gestern bekannt wurde, scheiterten mit Ingrid Pahlmann (CDU) und Holger Flöge (FDP) hingegen zwei aussichtsreiche Kandidaten aus dem Wahlkreis Gifhorn-Peine – und das denkbar knapp. Lediglich um einen Listenplatz verpassten sie jeweils den Einzug in den Bundestag. Pahlmann als 22. ihrer Partei, Flöge als 8. seiner Partei.

Ingrid Pahlmann hätte für die CDU und die Region gerne weitergemacht – eine zweite Wahlperiode im Bundestag ist ihr aber nicht vergönnt.

„Ich bin traurig, falle aber sicher nicht in ein tiefes Loch“, sagte Ingrid Pahlmann zum Ende ihres Schaffens als Politikerin auf Bundesebene. 2013 war die 59-Jährige erstmals für die CDU in den Bundestag eingezogen. In den zurückliegenden vier Jahren, so Pahlmann, sei sie in Berlin gut angekommen, habe sich vernetzt und einen Namen gemacht. Als Mitglied im Agrarausschuss und im Familienausschuss habe sie Themen bearbeitet, die in der Region „unter den Nägeln brennen“, berichtet die Wilscherin. Mit Kita-Plätzen, einer verlässlichen Ganztagsbetreuung an Grundschulen, Pflege, aber auch Verkehrsanbindung und Breitbandausbau nennt sie Beispiele hierfür.

Von „interessanten Jahren, die ich nie vergessen werde“, spricht Pahlmann gestern. Sie sagt aber auch: „Die Wahl in den Bundestag war ein Geschenk, Politik nie mein Berufsziel.“ Anstelle in einer zweiten Periode im Bundestag noch mehr Dinge umsetzen zu können, werde sie sich nun auf dem Hof, der inzwischen von den Kindern betrieben werde, einbringen und sich Enkelkindern sowie Hobbys widmen. Auch der Politik bleibt Pahlmann treu: Als Stadträtin in Gifhorn.

Holger Flöge vor gut einer Woche bei einem Sonderparteitag der FDP in Berlin. Den Einzug in den Bundestag verpasste der 61-Jährige aus Ilsede.

Ähnlich gefasst äußert sich gestern Holger Flöge. „Mein Lebensglück hängt nicht davon ab“, sagt der FDP-Mann zu seinem knappen Scheitern. Da ein Abgeordneter aber immer in der Region verwurzelt sei und auch die Interessen im Wahlkreis vertrete, sei eine starke Präsenz in der Regierung gut, sein Scheitern vor diesem Hintergrund „für die Region ungünstig“. Insbesondere in Bezug auf den Lückenschluss der A 39, den Ausbau der B 4 und die Verbindungen nach Wolfsburg hätte sich Flöge gerne mit Nachdruck für die Umsetzung eingesetzt. Genau wie beim Breitbandausbau, aus Sicht Flöges ein wesentlicher Faktor, insbesondere für die Wirtschaft.

Das Thema Sicherheit, dem sich der pensionierte Soldat Flöge gerne gewidmet hätte, sieht er indes in seiner Partei auch ohne sich selbst gut aufgehoben. Die FDP-Fraktion habe 80 Mitglieder, es würden sich Leute finden, „die das ordentlich machen“.

Persönlich ändere sich nichts für ihn, so Flöge abschließend. Er bleibe Ortsbürgermeister in Groß Bülten, Gemeinde Ilsede, Kreisvorsitzender der FDP in Peine, sowie Mitglied des Landesvorstandes.

Wie die Politiker betont auch Andreas Ebel, Landrat im Lankreis Gifhorn, den Wert einer starken Vertretung des Kreises in der Bundesregierung: „Je mehr Vertreter desto besser.“ Dass es zwei aussichtsreiche Kandidaten nicht geschafft haben, bedauerte er. Bundespolitiker aus dem Landkreis seien Ansprechtpartner und Unterstützer. Zuletzt hätten das insbesondere die zwischenzeitlich beschlossenen Infrastrukturprojekte Ausbau der B 4, Lückenschluss der A 39 und Breitbandausbau gezeigt. „Da haben alle gut mitgezogen. Das hat gut geklappt.“

Hubertus Heil betonte, als einziger Abgeordneter „unserer Region“ künftig „eine ganz besondere Verantwortung“ zu haben.

Von Steffen Kahl

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