Etat für Bundesfreiwilligendienst sorgt bei Vereinen und Verbänden für Probleme

Zu wenig Geld, zu viele Stellen

Den Wegfall des Zivildienstes können viele Vereine und Verbände mit Bufdi-Stellen kaum ausgleichen.
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Den Wegfall des Zivildienstes können viele Vereine und Verbände mit Bufdi-Stellen kaum ausgleichen.
  • VonSteffen Schmidt
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Landkreis Gifhorn. Schlechte Aussichten für Vereine und Verbände. Laut einer Pressemitteilung der Initiative für Jugendförderung Deutschland kann gerade einmal jeder sechste Einsatzplatz im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi.eu) besetzt werden.

Derzeit existieren in Deutschland rund 220 000 anerkannte Einsatzstellen, von denen jedoch nur 36  000 besetzt werden können, teilt das von der Initiative zur Jugendförderung betriebene Portal Bufdi. eu mit. Zudem steige die Zahl der anerkannten Stellen seit dem Aussetzen des Zivildienstes und der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes stetig an.

Auch im Landkreis macht sich dieser Engpass bemerkbar. Beim DRK-Kreisverband Gifhorn gibt es derzeit nur vier Freiwilligenstellen, teilt Nadine Lüdeling, zuständige Referentin beim DRK-Landesverband Niedersachsen, mit. Eindeutig zu wenig, um den Wegfall des Zivildienstes zu kompensieren. „Wir könnten sehr, sehr viel mehr Helfer gebrauchen, jede helfende Hand da draußen zählt“, sagt deshalb Sandro Pietrantoni, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Gifhorn. Man habe schon bei der Abschaffung des Zivildienstes bemängelt und gewarnt, dass der Bufdi dieses Vakuum nicht füllen kann.

Dabei mangele es laut DRK-Landesverband nicht unbedingt an Interessenten. Aufgrund der Bewerberzahl könnte das DRK 25 bis 33 Prozent mehr Stellen schaffen und besetzen als die gegenwärtig rund 130 in Niedersachsen. Doch das kann die Organisation nicht entscheiden. Der Bund gibt ein Kontingent vor, das fest an den Etat von 167 Millionen Euro gebunden ist. Um alle Bufdi-Stellen zu besetzen, wären aber über 1 Milliarde Euro nötig. „Wir sind froh über jeden Helfer, den wir kriegen, aber eine Etat-Erhöhung wäre wünschenswert“, sagt Lüdeling. Das Generalsekretariat habe bereits Gespräche mit dem zuständigen Ministerium geführt – ohne Erfolg. Eine Erhöhung des Bufdi-Etats sei nicht vorgesehen.

Die Stellenvielfalt, die für die zumeist jungen Freiwilligen einen Vorteil bedeutet, wird so für die Vereine und Verbände zum Nachteil. Konnten sie früher sicher mit Zivildienstleistenden planen, finden sie sich heute in einer Konkurrenz-Situation wieder, da nur ein Bruchteil der Stellen besetzt werden kann. Gerade im vergleichsweise unattraktiven Bereich der Pflege, der Entlastung eigentlich bitter nötig hätte, gebe es deswegen Probleme mit der Besetzung, erklärt Lüdeling.

Bekannte Einrichtungen wie etwa das Otter-Zentrum haben es da auf dem Markt der Stellen-Anbieter deutlich einfacher.

Von Steffen Schmidt

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