Druck aus der Bevölkerung

Bohrschlammuntersuchungen gehen im Gifhorner Kreisgebiet weiter

Erdölsuche an der Ostsee
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Im Landkreis Gifhorn werden Bohrschlammgruben weiter untersucht.

Gifhorn – Weiter gehen die Untersuchungen an den Bohrschlammgruben im Kreis Gifhorn, wie Axel Olbinsky aus dem Fachbereich Umwelt dem Umweltausschuss des Landkreises berichtete.

Und es werden weitere Gruben zur Untersuchung angemeldet, kündigte er an. Das sei vor allem dem wachsenden Druck aus der Bevölkerung geschuldet.

Nötig sei das aus Sicht der Fachleute jedoch nicht unbedingt, so Olbinsky. Denn die derzeit im Fokus stehenden Bohrschlammgruben in Hankensbüttel (zwei), Leiferde, Hardesse, Schneflingen und Vorhop seien repräsentativ ausgewählt. „Diese sechs Standorte sind mit Augenmaß ausgesucht. Wir haben uns da sehr wohl Gedanken gemacht“, sagte Olbinsky. Der Landkreis sei ein gleichförmig strukturiertes geologisches Gebiet. Diese geologische Situation erlaube eine statistische Übertragbarkeit der bisherigen Erkenntnisse. Weitere Untersuchungen an anderen Gruben könnten die Aussagekraft jedoch erweitern.

Derzeit liegen die Ergebnisse der Phase 2, also der Felduntersuchung mit Boden- und Grundwasseruntersuchungen, für die Gruben in Hankensbüttel, Leiferde und Hardesse vor, deren Untersuchung sich witterungsbedingt verzögert hatte. Für Schneflingen haben die Arbeiten an der Phase 2 begonnen, für Vorhop gibt es noch keine Freigabe für die Phase 2. Die bisherigen Erkenntnisse seien zumindest nicht beunruhigend, hieß es.

Derzeit sei keine „konkrete Belastung“ des Grundwassers zu befürchten, weil die Schadstoffe, die man gefunden habe, „extrem immobil“ sind, so Olbinsky. Diese Schadstoffe gefährdeten nicht das Grundwasser. Auch in Leiferde, wo die untersuchte Stelle inzwischen im Wohngebiet samt Schule liegt, gebe es keine Gefährdung der Bevölkerung. „Für Personen und Schutzgüter besteht keine Gefahr“, sagte Olbinsky.

Gleichwohl sei aber eine Mobilisierung dieser Schadstoffe über einen längeren Zeitraum nicht auszuschließen. Als Konsequenz werde man daher für ein Monitoring für einen „sehr, sehr langen Zeitraum“ Brunnen installieren an Standorten, wo es aufgrund der Schadstofffunde sinnvoll sei. Olbinsky: „Das wird sehr teuer und aufwändig.“

„Es ist verständlich, dass die Untersuchungen länger dauern, wegen der Pandemie, Überlastung von Behörden, zu geringen Laborkapazitäten und ausgelasteter Gutachter“, kommentierte Angela Heider (SPD). „Aber irgendwann wollen wir Ergebnisse sehen.“

Kreisrätin Ute Speiler verwies darauf, dass das Bohrschlammgrubenproblem bundesweit existiere. Die bisherigen Ergebnisse machten aber keine Sanierung nach Phase 3 notwendig, „wie fast überall“. Jedoch lägen noch nicht alle Ergebnisse vor.

Verzögert werden Arbeiten auch durch die in Niedersachsen vorgeschriebene Einschaltung von LKA und Kampfmittelbeseitigungsdienst. (Von Burkhard Ohse)

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