Experte Hans-Jürgen Behrmann spricht von einem „sehr guten Zwischenergebnis“ im Kreis

66 Weißstorch-Junge sind flügge

Ein Weißstorch verlässt das Nest in Wahrenholz. 66 Junge sind in diesem Jahr im Kreis flügge geworden.
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Ein Weißstorch verlässt das Nest in Wahrenholz. 66 Junge sind in diesem Jahr im Kreis flügge geworden.
  • Paul Gerlach
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Isenhagener Land/Landkreis Gifhorn. Von einem „sehr guten Zwischenergebnis“ spricht Storchenbetreuer Hans-Jürgen Behrmann auf IK-Anfrage mit Blick auf das Weißstorch-Brutgeschehen im Kreis. 66 Junge sind flügge geworden. „Das war zuletzt 1964 so“, sagt Behrmann.

Vor zwei Jahren waren es 65 Junge gewesen.

Behrmann freut sich auch deshalb über das Ergebnis so sehr, weil es andernorts in Norddeutschland wegen Unwettern anders aussieht. So habe es etwa in Schleswig-Holstein 200 Junge weniger als im Vorjahr gegeben. Behrmann spricht daher auch von „erheblichen Verlusten“. Aber auch in Niedersachsen sei die Situation regional auch sehr unterschiedlich. Gerade im Bereich Lüneburg und Hannover/Nienburg sehe es etwa nicht rosig aus.

Sehr erfreulich seien hingegen die Ergebnisse im ehemaligen Regierungsbezirk Braunschweig bis nach Göttingen hinunter. „Sowohl bei der Paar- als auch der Jungenzahl“, betont Behrmann.

Die unterschiedlichen Ergebnisse hängen laut Behrmann von den regionalen Wetterlagen ab. „Außerdem ist es davon abhängig, ob es sich um Ost- oder Westzieher handelt.“ Die Ostzieher seien von den Unwettern nicht so getroffen worden: Denn sie kamen erst später an, als die Nester von den Westziehern bereits besetzt gewesen seien.

In Ahnsen, Didderse, Westerholz und Weyhausen-Süd gab es laut Behrmann Brutabbrüche aufgrund von Nestkämpfen. In Weyhausen-Süd sei der Altstorch verunglückt. Das neue Paar habe daher die alten Eier aus dem Nest geworfen und selbst gebrütet: Drei Junge wurden dort groß. „Solche Kämpfe haben wir noch nicht gehabt“, hält Behrmann fest.

In Barwedel wurde laut dem Experten das erste Mal seit über 50 Jahren wieder gebrütet – aber ohne Erfolg. Bei der Premiere in Gifhorn-Winkel hingegen wurden zwei Junge flügge.

In Radenbeck flog ein Junges aus, in Knesebeck zwei. In Wittingen brütete das Paar nicht – genauso wie in Volkse, Westerholz und Ettenbüttel. In Hankensbüttel wurden zwei Junge flügge.

Von den 39 Storchenpaaren im Kreis Gifhorn zogen 28 die 66 Jungen groß. Dass vier Paare nicht gebrütet hätten, liegt laut Behrmann statistisch im normalen Bereich. „Eine der Störchinnen ist ohnehin zu jung.“

Generell bewertet Behrmann die Nahrungslage für die Störche in der hiesigen Region als gut. „In anderen Regionen ist das nicht so.“ Ein gutes Zeichen sei hier auch, dass die Altstörche auch bei schon älteren Jungen noch oft auf dem Nest gelandet seien, um sie zu füttern. „Es gibt keine Nahrungsprobleme im Kreis Gifhorn“, hält er fest.

Von Paul Gerlach

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