Ein Nachmittag, zwei Feuer

Wehren löschen Brände bei Emmen und Schönewörde

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Bei Schönewörde brannte auch Moorboden. Mit Wärmekameras wurden Glutnester gesucht, die Feuerwehr Schönewörde machte später Kontrollfahrten.

Emmen/Wunderbüttel/Schönewörde – Zwei Brände haben gestern am Nachmittag und Abend die Feuerwehr im Isenhagener Land in Atem gehalten: Kurz nachdem ein Böschungsbrand im Emmer Leu weitgehend gelöscht war, wurde gleich das nächste Feuer gemeldet: Bei Schönewörde brannten in der Nähe des Kanals eine Wiese, Wald und Moor.

Der erste Alarm kam kurz nach 16 Uhr: Die Emmener Feuerwehr sah schon bei der Anfahrt eine Rauchsäule über dem Emmer Leu stehen. Der Brandort befand sich etwa 500 Meter tief im Wald an dem Weg, der von der Kreisstraße in den Leu führt. Im Einsatz waren der 1. und der 4. Zug der Feuerwehren der Samtgemeinde Hankensbüttel sowie die Knese-becker Ortswehr mit 26 Mann. Mit Löschstrecken aus Wunderbüttel und aus der Ise gelang des den eingesetzten Kräften unter der Ägide von Einsatzleiter Marc Gödecke (Emmen) schnell, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen, gegen 16.40 Uhr waren nur noch einzelne Glutnester zu bekämpfen. Angesichts der immensen Trockenheit war das schnelle Eingreifen Gold wert. „Zum Glück haben wir hier nicht viel Wind“, sagte Gödecke. Unterstützt wurden die Feuerwehren durch eine Cessna des Feuerwehr-Flugdienstes Niedersachsen. Die Crew konnte aus der Luft Informationen zur Ausdehnung des Feuers liefern.

Wenige Minuten später wurde sie schon wieder gebraucht: Kurz vor 17 Uhr kam der nächste Alarm: Am Elbe-Seitenkanal in der Gemarkung Schönewörde (in Richtung Weißes Moor) wurde zunächst ein Flächenbrand gemeldet. Das Feuer griff auch auf einen Wald über. Bis kurz nach 20 Uhr liefen die Nachlöscharbeiten.

Im Einsatz waren nach Angaben von Einsatzleiter Torsten Winter 95 Feuerwehrleute aus der Samtgemeinde Wesendorf und der Stadt Wittingen sowie 10 Kräfte von DRK/SEG. Der Brandort lag abseits der Straßen und ziemlich genau mittig zwischen den Kanalbrücken bei Weißes Moor und Schönewörde, die Wehren mussten über den Weg am Kanal anfahren.

Laut Winter war wegen starker Rauchentwicklung schon die Anfahrt schwierig: „Wir mussten von zwei Seiten anfahren.“ An der Einsatzstelle brannte eine Fläche von etwa 100 mal 150 Metern. Der Wind trieb die Flammen von einer Wiese in den Wald. Auch hier unterstützte der Feuerwehr-Flugdienst den Einsatzleiter mit Beobachtungen aus der Luft.

Löschwasser wurde aus dem Elbe-Seitenkanal gepumpt. Gegen 18 Uhr war der Brand unter Kontrolle, gegen 19.35 Uhr hieß es: Feuer aus. Bei dem Einsatz wurden laut Winter drei Feuerwehrleute verletzt. Zwei konnten vor Ort behandelt werden, einer musste mit einer Verletzung am Bein ins Krankenhaus. Alle drei seien aber wohlauf.

Für den Nordkreis herrscht wegen der Trockenheit weiterhin die höchste Waldbrandgefahrenstufe (Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes, Stufe 5).

VON HOLGER BODEN

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