Vorwurf des sexuellen Missbrauchs, sowie Misshandlungen in mehreren Fällen / Mädchen in Hundekäfig gesperrt und Hundefutter vorgesetzt

Wegen Missbrauch in Wohngruppe für hilfebedürftige Kinder: Gifhorner Pädagogenpaar vor Gericht

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Das wegen sexuellen Missbrauchs angeklagte Pädagogenpaar aus Gifhorn hält sich Mappen vor Gesicht. 

Gifhorn/Hildesheim – In einer Wohngruppe für hilfebedürftige Kinder sollen vier Mädchen Opfer sexueller Gewalt und Misshandlungen geworden sein (das IK berichtete). Nun sind abscheuliche Einzelheiten bekannt geworden.

Denn seit Donnerstag muss sich das Pädagogenpaar aus Gifhorn vor dem Landgericht Hildesheim für die Taten verantworten. Dem 56 Jahre alten Ehemann wird elffacher sexueller Missbrauch und Misshandlung von Schutzbefohlenen in fünf Fällen vorgeworfen. Seine 60-jährige Frau ist in fünf Fällen angeklagt, weil sie bei den Misshandlungen nicht eingeschritten sei und einmal geholfen haben soll.

Beide hatten seit 25 Jahren bis zu sieben Kinder und Jugendliche in ihrem Haus betreut – viele blieben einige Jahre. Eine frühere Bewohnerin war im Januar zur Polizei gegangen, daraufhin schloss der Träger die Einrichtung. Seit März sitzt das Paar in Untersuchungshaft.

Staatsanwältin Christina Pannek beschrieb in ihrer Anklage die vorgeworfenen Taten mit abscheulichen Details. In mindestens zwei Fällen soll es zu einem schweren sexuellen Missbrauch gekommen sein. Der Angeklagte habe ausgenutzt, dass das Paar die Obhut und Fürsorge für die Kinder ausübte und dass der Alltag gemeinsam gelebt wurde, sagte die Staatsanwältin. Sexuelle Übergriffe soll es in der Badewanne, unter der Dusche und im Betreuerschlafzimmer gegeben haben. Die Opfer waren demnach zwischen 6 und 14 Jahre alt.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll ein Kind damit bestraft worden sein, dass es eine Woche lang übereinandergeklebte Windeln tragen musste, die nicht geleert wurden, was ihm erhebliche Schmerzen zufügte. Zudem soll ein Mädchen in einen Hundekäfig gesperrt und ihm Hundefutter vorgesetzt worden sein. Ein Kind soll mehrere Tage im Haus eingesperrt worden sein, während die Gruppe einen Ausflug machte.

Die kinderlosen Eheleute zeigten im Gericht kaum Regungen. Als sie in den Saal geführt wurden, verdeckten beide ihre Gesichter mit gelben Mappen. Die Angeklagten äußerten sich zu den Vorwürfen, zuvor wurde allerdings die Öffentlichkeit auf Antrag der Verteidigung ausgeschlossen. Die Verhandlung wird wohl noch neun Tage lang geführt.

dpa

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