Wechselhafter April im Nordkreis

Frühling 2014: dunstige Morgensonne an den Hankensbütteler Wiethorngärten. Foto: Boden

ISENHAGENER LAND - Der Frühling legt heute eine Pause ein. Nach einem leicht wechselhaften und vorübergehend recht kühlen heutigen Freitag mit örtlichen Schauern wird es am Wochenende aber wieder deutlich wärmer und meist trocken.

Bei Höchsttemperaturen um 18 Grad teilen sich Sonne und dichtere Wolken den Himmel.

Am Montag und Dienstag setzt sich die wechselhafte Witterung durch Tiefausläufer aus Westen verstärkt fort. Ob es dabei nur zu lokalen Schauern und Gewittern oder zeitweise sogar zu flächendeckendem Regenfällen kommt, den die ausgetrocknete Vegetation mit einem Wachstumsschub beantworten würde, bleibt abzuwarten. Zur Wochenmitte fließt hinter einer Kaltfront aus Westen deutlich kühlere Luft ein. Danach könnte sich ein neues Frühlingshoch aus Südwesten herantasten, es kann aber auch wechselhaft weitergehen.

Auch wenn es in den letzten Jahren oft nicht so war, so ist der April doch für seine launenhafte Witterung bekannt. Gegensätzliche Wetterlagen wechseln gewöhnlich in bunter Folge, entsprechend heißt es auch: „Wohl hundertmal schlägt das Wetter um, das ist des Aprils Privilegium.“

Quer durch Mitteleuropa bildet sich dann recht häufig, wie auch setzt gerade wieder, eine nord-südlich verlaufende Luftmassengrenze. Auf deren Ostseite strömt Warmluft nach Norden, während sich auf ihrer kalten Westseite Polarluft bis in westliche Mittelmeer oder sogar zu den Kanarischen Inseln durchsetzen kann. Durch das Hin- und Herpendeln der unterschiedlich temperierten Luftmassen wird der unberechenbare und wechselhafte Charakter des Monats hervorgerufen.

Wie so häufig in den vergangenen Jahren wartete der März mit jeder Menge Wetterextremen auf. Neben der großen Trockenheit, von dem das nordöstliche Niedersachsen flächendeckend betroffen war, zeigte sich der erste Frühlingsmonat zudem ungewöhnlich sonnig und warm. Eine vergleichbare Kombination mit ähnlichen Werten wie diesmal findet sich in den Wetterstatistiken nur dreimal, zuletzt 2012 sowie in den Jahren 1920 und 1921.

Mit der Unterstützung von 150 bis 160 Sonnenstunden purzelten zwischen Aller und Elbe gleich mehrere Temperaturrekorde. Die ersten Bestmarken mit Werten von 19 bis 22 Grad wurden am 9. und 10. März gemessen. Dabei stellte Wittingen am 10. März mit maximal 19,9 Grad nebenbei auch noch einen neuen Wärmerekord für die erst Märzdekade auf.

Am 20. März folgte mit ebenfalls 19,9 Grad eine weitere Tagesbestmarke – und damit der wärmste kalendarische Frühlingsanfang jemals. Für das stattliche monatliche Wärmeplus von rund 2,5 Grad (im Vergleich zum Klimamittel 1981-2010) sorgten ausschließlich die hohen Tagestemperaturen. Dagegen fielen die oftmals sternklaren Nächte mit etwas mehr Luft- und Bodenfrost als üblich sogar geringfügig zu kalt aus.

Ein überaus seltenes Ereignis erlebten wir am 10. März. An diesem Tag wurden die monatlichen Höchst- und Tiefsttemperaturen gemessen (19,9 Grad/minus 3,1 Grad). Landwirten und Hobbygärtnern bereiten die extrem geringen Niederschläge Sorgen, die zwischen Aller und Elbe über 10 bis 13 Millimeter pro Quadratmeter oder ein Fünftel bis ein Viertel des Üblichen nicht hinauskamen.

Und noch ein Highlight: Die fünfmonatige Winterperiode, die am 1. November begann und am 31. März zu Ende ging, war die Drittwärmste seit Beginn der Messungen. Den Spitzenplatz hält mit deutlichem Abstand 2006/07 durch drei rekordwarme Jahreszeiten (Herbst bis Frühjahr) in Reihe, gefolgt von der Winterperiode 1974/75.

Von Reinhard Zakrzewski

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