Nach starken Niederschlägen: Großkampftag für Wehren im Gifhorner Raum

Wasserschlacht im Kreis

Nein, das ist nicht der Gifhorner Schlosssee. An der Konrad-Adenauer-Straße in Gifhorn, wo die Sparkasse ihre neuen Häuser hochziehen möchte, lief die Baukuhle Dienstagabend voll Wasser.
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Nein, das ist nicht der Gifhorner Schlosssee. An der Konrad-Adenauer-Straße in Gifhorn, wo die Sparkasse ihre neuen Häuser hochziehen möchte, lief die Baukuhle Dienstagabend voll Wasser.

Landkreis Gifhorn. Der Regen floss in Strömen. Am Dienstagabend, in der Nacht und auch gestern noch waren im Landkreis Gifhorn zahlreiche Feuerwehren im Einsatz – im Kampf gegen das Wasser.

Auch die Gifhorner Ortsfeuerwehr: „Alles fing mit abgerissenen Zweigen und umgestürzten Bäumen an, dann kamen die vollgelaufenen Keller hinzu“, berichtet Gifhorns Ortsbrandmeister Uwe Michel. Einige Keller in Gifhorn standen nach seinen Angaben bis zu einer Höhe von 1,50 Metern unter Wasser.

An der Tagesordnung: Die Einsatzkräfte waren damit beschäftigt, zahlreiche Keller auszupumpen.

Dem Vernehmen nach mussten die Feuerwehren im Kreis über 200 Einsätze bewältigen, allein im Gifhorner Stadtgebiet sollen es rund 180 gewesen sein. Der Landkreis Gifhorn schaffte es mit seiner „Wasserschlacht“ jedenfalls auch in die überregionalen Nachrichten. Viele Straßen waren überflutet, weil das Wasser nicht ablaufen konnte. Während einige Autofahrer ihre Geschwindigkeit auf die Umstände einstellten, preschten andere durch. Das Klärwerk in Gifhorn erreichte wegen des Dauerniederschlags das Maximum seiner Kapazität.

Gestern Morgen ließ Michel die Ortsfeuerwehren Gamsen, Kästorf, Wilsche und Neubokel alarmieren, um den eigenen Kräften eine Ruhepause zu gewähren. Bis zum Nachmittag liefen die Einsätze.

Unfälle oder Verletzte durch das Unwetter wurden nicht gemeldet. Ein Schwerpunkt der Niederschläge war Rühen.

IK-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski sagt, dass die Niederschläge im Wesentlichen nach Mitternacht über der Region niedergegangen seien. Am Braunschweiger Flughafen seien innerhalb von zwölf Stunden 35 Millimeter Regen heruntergekommen, im Landkreis Gifhorn seien es innerhalb von 24 Stunden 75 Millimeter. Laut Zaki kann es bei Gewittern immer örtlich sehr unterschiedlich hohe Niederschläge geben.

Der Schwerpunkt des Unwetters habe im Norden und Nordosten der Region gelegen. In Vorhop seien in der Nacht 11,8 Millimeter zwischen 2 und 8 Uhr niedergegangen. „Es war nichts Dramatisches, es war nur Starkregen“, sagt Zaki. Die Region habe Glück gehabt. „Das war es vorerst mit Regen.“ Zum Wochenende würden die Temperaturen wieder steigen, Sonnabend und Sonntag könne es neue Unwetter gehen.

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