Landkreis Gifhorn will auf Smartphones über Schadenslagen informieren

App warnt künftig vor Amokläufen

  • VonMatthias Jansen
    schließen

Landkreis Gifhorn. Ein Signal ertönt, auf dem Display ploppt eine Nachricht auf und schon weiß der Bürger: Vorsicht, Gefahr! Der Landkreis Gifhorn wird 2017 eine Smartphone-App einführen, die die Menschen in der Region warnen soll.

„Bei besonderen Schadenslagen sollen Warnungen, Informationen und Verhaltensregeln an die Bevölkerung kurzfristig herausgegeben werden“, sagt Landrat Andreas Ebel.

Zu den besonderen Schadenslagen können Großbrände, Gefahrgutunfälle oder Hochwasser zählen. Aber auch bei einem Amoklauf sei eine Warnung über die App denkbar, erläutert Ebel. Eine unmittelbare Reaktion auf den Amoklauf von München sei die Einführung nicht, erklärt der Verwaltungschef.

„Die Einführung ist bereits längerfristig geplant“, so Ebel. Im Vordergrund stünde die Warnung und Information der Bevölkerung vor besonderen Schadenslagen. „Die Warnung bei Amoklagen ist nur ein Teilaspekt“, sagt der Landrat.

Die App, die kostenlos auf das Smartphone geladen werden kann, wird im Bereich Brand- und Katastrophenschutz angesiedelt sein. Nach Erhalt der Lagemeldung soll die Warnung durch die Einsatzleitstelle erfolgen. „Darüber hinaus“, so Ebel, sei vorgesehen, „den Kreis der Meldenden zu erweitern.“

Neben einer Anbindung zum Deutschen Wetterdienst ist geplant, den Fachbereich Schule (wegen Schulausfällen) sowie die kreisangehörigen Gebietseinheiten, die die App kostenlos mitnutzen können, einzubinden. Dadurch ließe sich auch vor lokal begrenzten Schadenslagen warnen.

„Mit der App werden Bürger erreicht, auch wenn sie sich nicht im Landkreis befinden. Dadurch können sie bei drohenden Unwettern versuchen, ihr Hab und Gut zu sichern“, sagt der Landrat. Neben der Eingabe fester Warnbereiche wie dem Wohnort soll es auch möglich sein, am jeweiligen Standort informiert zu werden. Dies setze aber voraus, dass die Gebietseinheit dasselbe System benutzt wie der Landkreis Gifhorn.

Die Stärke dieses Warnsystems ist auch zugleich die Schwäche. Darüber ist sich die Gifhorner Verwaltung bewusst. Zwar haben immer mehr Menschen ein Smartphone, die App könnte viele Bürger erreichen. Da viele ältere Menschen diese Technik aber nicht nutzen und es auch zu Störungen des Empfangs kommen kann, baut der Landkreis ein zweites Warnstandbein auf. „Als Ergänzung soll das vorhandene Sirenennetz genutzt und der Warnton ‘Bevölkerungswarnung’ wieder eingeführt werden“, so Ebel. Die Einführung der Warnstrukturen ist – wenn die Planung vorangeschritten ist und die Systeme einsatzbereit sind – ab 2017 vorgesehen.

Von Matthias Jansen

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare