Parasiten lauern im Unterholz und hohen Gras

DRK Gifhorn warnt vor hoher Zeckengefahr – Saison dauert bis Oktober

Landkreis Gifhorn – In Corona-Zeiten treibt es bei schönem Wetter viele für Unternehmungen und ausgedehnte Spaziergänge ins Grüne.

Dort lauern jedoch in diesem Jahr besonders viele Zecken, die zwei gefährliche Infektionskrankheiten übertragen können: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

„Die Risikogebiete für einen vermehrten Zeckenanfall sind dieses Jahr größer. Aufgrund des milden Winters gibt es zudem noch mehr Zecken als in den Vorjahren. Begonnen hat die Zeckensaison diesmal schon im März“, sagt Professor Peter Sefrin, Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes. Die Gefahr eines Zeckenstichs sei also sehr hoch. Bei richtigem Verhalten können Risiken jedoch verringert werden.

Die Zeckensaison dauert etwa noch bis Oktober. Schutz bietet die Bedeckung des Körpers durch helle Kleidung mit dicht anliegenden langen Ärmeln und Hosenbeinen sowie das Tragen von Socken und geschlossenen Schuhen. Vermieden werden sollte das Laufen durch dichtes Unterholz und hohes Gras. Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Kleidung und Haut abgesucht werden, vor allem Kniekehlen, Achselhöhlen, Bauchnabel, Hals, Haaransatz, Hautfalten und behaarte Körperstellen. Mückensprays schützen nur bedingt.

Eine Zecke entfernt man am besten mit einer Pinzette oder alternativ mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange aus der Apotheke. Mit der Pinzette wird die Zecke möglichst nah an der Haut gefasst und langsam und senkrecht herausgezogen. Bei Verwendung einer Zeckenkarte wird diese flach auf die Haut gelegt, mit dem Kartenausschnitt in Richtung Zecke geschoben, unter die Zecke gefasst und diese vorsichtig senkrecht herausgezogen. Unbedingt zu vermeiden sind Drehbewegungen, da der Zeckenkopf abgerissen werden kann und es zu einer Quetschung des Zeckenkörpers kommt. Dadurch können Krankheitserreger in die Wunde abgegeben werden. Nach der Desinfektion im Anschluss wird die Einstichstelle mit einem Wundschnellverband versorgt.

Nach einem Zeckenstich muss die Haut beobachtet werden. Bildet sich ein roter Kreis um die Stichstelle, könnte das ein erstes Anzeichen für Borreliose sein, die häufiger auftritt als FSME. Die Symptome sind bei beiden Krankheiten zunächst ähnlich wie bei einer Grippe: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Sie sollten unbedingt ärztlich behandelt werden.

Anders als für Borreliose gibt es für FSME keine sichere Therapie. Gegen letztere schützt aber eine Impfung.

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