Mini-Rente für 44 Prozent

NGG warnt vor drohender Altersarmut im Landkreis Gifhorn

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Fast jedem zweiten Arbeitnehmer im Landkreis Gifhorn droht laut NGG die Altersarmut.

Landkreis Gifhorn. Den künftigen Senioren im Landkreis Gifhorn droht Altersarmut in einem größeren Ausmaß, als bislang angenommen. Das befürchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Rund 22.000 Arbeitnehmer würden – so, wie sie heute arbeiten – nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen.

Davon wären 44 Prozent der Arbeitnehmer im Landkreis betroffen. Die Schwelle für „Alters-Hartz-IV“ liegt aktuell bei 773 Euro im Monat – Wohnkosten inbegriffen. Dies geht aus einer Rentenanalyse hervor, die das Pestel-Institut in Hannover für die NGG erstellt hat. Demnach könnten 2030 sogar rund 25.000 Arbeitnehmer als Rentner unterhalb der Grundsicherung landen, wenn die durchschnittliche Rente auf nur noch 43 Prozent des Einkommens abfallen sollte. Denn die Bundesregierung hat lediglich eine Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis 2025 vereinbart. Sogar unter Vollzeitbeschäftigten hat nach Berechnungen des Pestel-Instituts aktuell rund jeder Dritte im Kreis Gifhorn einen Rentenanspruch von weniger als 1.000 Euro monatlich – nach 40 Arbeitsjahren.

„Das reicht nicht aus“, sagt Katja Derer, Geschäftsführerin der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen-Harz, und spricht von „alarmierenden Zahlen“. Wer ein Leben lang gearbeitet habe, müsse später von seiner Rente leben können. Die Große Koalition müsse das Rentenniveau längerfristig stabilisieren und möglichst anheben. Und auch die Arbeitgeber sieht die NGG in der Pflicht: „Anstatt auf Aushilfen mit wenigen Wochenstunden zu setzen, sollten sie reguläre Vollzeitstellen schaffen“, so die Gewerkschafterin. Gerade wer einen Teilzeit- oder Minijob hat, müsse sich auf einen „extrem mageren Rentenbescheid“ einstellen. 

Von Dennis Klüting

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