Helios-Beschäftigte machen vor dritter Tarif-Runde Druck

Warnstreik im Gifhorner Krankenhaus

Helios-Mitarbeiter marschieren mit Transparenten durch Gifhorn.
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In Gifhorn gingen am Donnerstag rund 100 Helios-Beschäftigte für mehr Gehalt auf die Straße.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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  • Bernd Behrens
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Gifhorn/Wittingen – Rund 100 Mitarbeiter der Helios-Klinik Gifhorn trafen sich am Donnerstag gegen 10 Uhr am Campus. In Niedersachsen streikten Beschäftigte an mehreren Helios-Kliniken, die unter sogenannte Haustarifverträge fallen. Das Motto der Demonstration: „Ohne Lohnerhöhung gibt es keine neuen Mitarbeiter“.

Nicole Blaß vom Aushilfspool und der Vize-Betriebsratsvorsitzende Jan Seiler begrüßten die Teilnehmer, dann ging es durch die Stadt bis zum Sportgelände an der Flutmulde. Dort war die Abschlussveranstaltung. „Angesichts der Tatsache, dass wir durch die extrem dünne Personaldecke und den Notdienst kaum Kollegen zum Streik rausholen konnten, waren wir von der Teilnehmerzahl überwältigt“, freute sich Seiler. Das zeige, wie sehr die Beschäftigten eine echte Wertschätzung seitens des Konzerns erwarten anstatt der angebotenen „Almosen“. Seiler: „Wenn der Helios-Konzern nicht deutlich nachbessert, werden wir weiter streiken, dann aber nicht nur einen Tag.“ Die dritte Verhandlungsrunde findet am 16. Mai statt.

Vertreter der SPD und der Partei Die Linke unterstützten die Streikenden. Die Polizei sicherte den Marsch durch die Stadt zusammen mit den Ordnern der Gewerkschaft.

Mit den Warnstreiks will die Gewerkschaft Ver.di Druck auf das Unternehmen machen. Während die Arbeitnehmerseite ein Lohn-Plus von 15 Prozent für zwölf Monate fordert, biete Helios bisher in mehreren Schritten über zwei Jahre 4,6 Prozent, hieß es.

An der Wittinger Helios-Klinik gab es am Donnerstag keinen Warnstreik. „Die Streikbereitschaft hat nicht gereicht, das muss man einräumen“, sagte Sabine Thielk-Bode, die der Tarifkommission angehört. Einige Kollegen hätten aber ihren freien Tag genutzt, um an der Arbeitskampf-Aktion in Gifhorn teilzunehmen.

Die geringe Resonanz in Wittingen führte sie auch darauf zurück, dass dort eine ganze Reihe von Mitarbeitenden über Zeitarbeit beschäftigt sei. Auch das, so Thielk-Bode, zeige für sie, dass das Angebot des Arbeitgebers „nicht verständlich“ sei, denn Personal sei nur zu attraktiven Konditionen zu bekommen, und Zeitarbeit sei für das Unternehmen teuer.

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