Landkreis Gifhorn veröffentlicht Verhaltensregeln für kleine Geflügelhaltungen

Vogelgrippe kommt immer näher

Auch Hobby-Geflügelhalter sollten sich an die Regeln und Richtlinien im Rahmen der Maßnahmen gegen Vogelgrippe halten, appelliert Rainer Wendt, Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft.
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Auch Hobby-Geflügelhalter sollten sich an die Regeln und Richtlinien im Rahmen der Maßnahmen gegen Vogelgrippe halten, appelliert Rainer Wendt, Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft.

Landkreis Gifhorn. Die Vogelgrippe rückte in den vergangen Wochen näher. Immer häufiger werden neue Erkrankungen gemeldet und die Maßnahmen der Aufstallung immer präsenter. Der jüngste Fall wurde nun im Kreis Cloppenburg bekannt.

Vogelgrippe-Experte: Hohe Belastung für die Umwelt

Dort mussten 92 000 Hühner getötet werden. Nun hat der Landkreis Gifhorn Regeln herausgegeben, wie sich Geflügelhalter mit Kleinbeständen verhalten müssen. Bereits am 19. November hatte der Landkreis die Aufstallung von Geflügel angeordnet. Davon betroffen sind Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse. Zudem hat das Bundeslandwirtschaftsministerium wegen der hohen Infektionsgefahr in Nutzgeflügelbeständen eine Eilverordnung erlassen, die seit dem 21. November gilt. Es gelten besondere Schutzmaßregeln für kleine Geflügelhaltungen. Im Gifhorner Kreisgebiet sind davon laut Landkreis zirka 950 Geflügelhalter betroffen. Wie Rainer Wendt, Vorsitzender des Bundesverbandes bäuerlicher Hähnchenerzeuger (BVH) sowie Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), in seiner Funktion als Geflügelhalter erklärt, müsse man als Nutzgeflügelhalter schon immer hohen Hygienemaßnahmen nachkommen. „Da gelten andere Maßnahmen.“ Mit Straßenkleidung und Straßenschuhen dürfe man den Stall nicht betreten. „Die Kleidung“, so Wendt, „muss gewechselt werden, bevor der Vorraum betreten wird.“ Zu den gewöhnlichen Maßnahmen käme hinzu, dass der Besucherverkehr nun auf den Höfen auf das Minimum begrenzt werden müsse. „Es kommen häufig Besucher auf meinen Hof, die sich informieren oder die Ställe besichtigen wollen. Aber das ist momentan einfach ein zu großes Risiko“, erklärt Wendt. „Der Tierarzt und auch die Futterfahrzeuge dürfen natürlich auf das Gelände. Vorher müssen das Auto, die Reifen und die Kleidung desinfiziert und gereinigt werden.“ Des Weiteren ist der Kontakt mit Geflügel aus Regionen, wo die Vogelgrippe nachgewiesen ist, zu vermeiden. Deshalb, so Wendt, werden aktuell auch Veranstaltungen von Geflügelhaltern verschoben, da das Risiko zu groß wäre, die Geflügelpest zu übertragen. „Das Gefahrenpotenzial ist momentan durch den Vogelflug nach Süden sehr hoch“, erklärt der Geflügelhalter.

Neben den typischen Verhaltensregeln protokolliert der Landkreis zusätzlich die täglich verendeten Tiere. Außerdem müssen bei Betrieben ab zehn Stück Geflügel je Werktag zusätzlich die Gesamtzahl der täglich gelegten Eier aufgezeichnet werden.

Gifhorns Landrat Andreas Ebel hält es für sehr wichtig, gerade den Haltern von geringen Geflügelzahlen praktikable Lösungen an die Hand zu geben. „Alles was hilft, die Einschleppung des Geflügelpestvirus in die Nutzgeflügelbestände zu verhindern, muss jetzt getan werden“, so der Landrat. Auch Wendt hat in seiner Position als Vizepräsident einen deutlichen Appell an alle Hobby-Geflügelhalter: „Diese sollen ihr Geflügel wirklich einsperren und die Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie denken meistens, dass die Aufstallungen sie nicht betreffen, aber es ist ein sehr großes Risiko, was sie damit eingehen.“ Unter www.giforn.de hat der Landkreis die Verhaltensregeln noch einmal veröffentlicht. Dort gibt es auch weitere Verweise zu Informationen über die Geflügelpest.

Von Alina Pleuß

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